KI kann das Leben erleichtern – das gilt allerdings auch für Rezeptfälscher. Apothekenteams müssen kritisch hinschauen, wie ein aktuelles Beispiel aus Berlin zeigt. Die Kriminellen haben nicht nur das Rezept gefälscht, sondern auch die Website der Klinik, bei der die angebliche Ärztin arbeitet. Und wer dort anruft, bekommt von einer Frau sogar bestätigt, dass sie das Rezept verordnet habe. Dieses Vorgehen hat die Kripo auf den Plan gerufen.
Betroffen sind offenbar einige Apotheken im Raum Berlin. Wie mehrere Apotheker:innen berichten, versuchten es die Täter mit Verordnungen für verschiedene Personen über unterschiedliche Hochpreiser. Die ausstellende „Ärztin” ist Dr. Jutta Kleeberg, Fachärztin für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie. Der Arbeitsort: das vermeintliche MVZ Elbental in der Beilsteiner Straße 115 in Berlin.
An der Adresse befindet sich ein neu errichteter Bürocampus mit einem Gebäude in markanter Holzbauweise. Eingezogen ist dort das Jobcenter Berlin Marzahn-Hellersdorf.
Angegeben ist auch eine Handynummer. Bei Anruf meldet sich eben jene Ärztin und bestätigt, das Rezept ausgestellt zu haben.
Die angebliche Medizinerin ist der Ärztekammer allerdings nicht bekannt. Das Foto, das auf der Website des MVZ Elbental zu sehen ist, zeigt mutmaßlich Valeria Vadimovna Korobkova, die bei einer der größten privaten Klinikketten in Russland, SM-Clinic, arbeitet. Korobkova ist dort als Kardiologin und Spezialistin für Funktionsdiagnostik tätig und empfängt Patienten am Standort in Moskau im Stadtteil Solntsevo.
Auch die Fotos anderer Ärzte, die angeblich beim MVZ Elbental arbeiten, stammen von der Website der SM-Clinic. Apothekenteams sollten also auch bei anderen Namen aufmerksam sein. Denn auch bei denen stehen Handynummern.