„Mehr Impfstoff statt impfender Ärzte“

KV gegen neues Impf-Projekt in Westfalen-Lippe

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Berlin -

Der geplante Modellversuch zu Grippeschutzimpfungen in Apotheken in Westfalen-Lippe stößt auf Kritik der dortigen Kassenärzte, die bisher die Impfungen durchführen. „Impfen ist ärztliche Kernkompetenz“, erklärte der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

Der behandelnde Arzt kenne seine Patienten. „Statt impfende Apotheker brauchen wir Ärzte ausreichend Impfstoff“, hieß es am Mittwoch in der Erklärung. Die Krankenkasse AOK Nordwest hatte am Dienstag mitgeteilt, dass sie ein Modellprojekt mit dem Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) für Grippeimpfungen ab dem Herbst vereinbart habe. Zu der Modellregion gehören Dortmund, der Regierungsbezirk Detmold, der Kreis Olpe, der Märkische Kreis und der Hochsauerlandkreis – laut KVWL betrifft das fast 700 Apotheken. Vor dem Start des drei Jahre dauernden Projekts würden die teilnehmenden Apotheker geschult, hatte die Kasse betont. Das Angebot gilt nur für Mitglieder der AOK Nordwest.

Laut AVWL laufen die logistischen Vorbereitungen für das Projekt bereits an: Dazu gehören die Beitrittserklärungen der Apotheken, die an dem Modellvorhaben teilnehmen möchten, und die Qualifizierung der Apotheker:innen. Mit den ersten Impfungen sei dann zum Start der neuen Grippesaison zu rechnen. „Mit unserem gemeinsamen Modellprojekt nutzen wir konsequent den Gestaltungsspielraum, den uns der Gesetzgeber gegeben hat, und verbessern damit gleichzeitig die medizinische Versorgung unserer Versicherten“, so der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann.

Das Vorhaben sei eine zusätzliche Möglichkeit, sich gegen die Influenza impfen zu lassen, so Ackermann. Gemeinsames Ziel sei es, die Durchimpfungsrate der Bevölkerung zu steigern. Nach Angaben der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut sind nur 35 Prozent der Risikogruppe der über 60-Jährigen gegen Influenza geimpft.

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