Westfalen-Lippe

Kammer: Positivliste für Zyto-Apotheken

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Berlin -

Als Reaktion auf den Bottroper Zytostatikaskandal haben die Zytostatika herstellenden Apotheken in Nordrhein-Westfalen eine verbindliche, öffentliche Erklärung entwickelt, in der sie sich zur Einhaltung der Herstellungsvorschriften verpflichten. Die Erklärung wurde bei den 5. Münsteraner Gesundheitsgesprächen der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) vorgestellt wurde. In Kürze soll eine Liste der diese Erklärung beigetretenen Apotheken auf der Internetseite der Kammer veröffentlicht werden.

Nach Angeben der Kammer haben bereits nach wenigen Tagen etwa die Hälfte der rund 60 Zyto-Apptheken in NRW die Selbstverpflichtung unterschrieben. „Bei unserer Arbeit beachten wir stets die gesetzlichen Vorgaben und Qualitätsstandards zur Herstellung. Das am Herstellungsprozess beteiligte Fachpersonal bilden wir regelmäßig fort. So wird der Herstellungsprozess immer auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und gesetzlichen Vorgaben durchgeführt. Auch durch die aktuell verabschiedete, interprofessionelle Leitlinie der Onkolog/innen und Apotheker/innen wird die Versorgungsqualität konsequent sichergestellt“, heißt es darin.

Die Apotheken verpflichten sich, „dass wir jederzeit das Vier-Augen-Prinzip bei der Herstellung von Zytostatika-Lösungen konsequent einhalten. Wir haben Maßnahmen entwickelt, mit denen wir dafür Sorge tragen, dass auch bei personellen Engpässen dieses Vier-Augen-Prinzip sichergestellt wird.“ Zudem wird eine Durchschrift der Herstellungsdokumentation dem verordnenden Arzt zur Verfügung gestellt. Diese soll in die Patientenakte aufgenommen werden. Darin werden alle am Herstellungsprozess beteiligten Personen benannt. Auf Nachfrage können die Apotheken jederzeit einen transparenten und plausiblen Überblick über die bezogenen und verwendeten Ausgangsstoffe und deren Dokumentation geben können.

Die Erklärung wurde in Zusammenarbeit mit den Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, dem Verband der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA), der Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) sowie den Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe entwickelt. Gibt eine Zytostatika herstellende Apotheke die Erklärung nicht ab, wollen die Kammern nachhaken, warum sie dies nicht tun.

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