FFP2-Masken: „Unnötige Kostenexplosion“

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Berlin - An der vom Bund bezahlten Verteilung von FFP2-Masken für Menschen aus Corona-Risikogruppen im Winter wird erneut Kritik laut. Die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus sprach am Donnerstag von einer „unnötigen Kostenexplosion“ bei der Abgabe über Apotheken. Die Abda hält dagegen.

Aschenberg-Dugnus verwies darauf, dass ihre Fraktion mehrfach einen Postversand der Masken als unbürokratische und günstigere Alternative gefordert habe. Es sei unerklärlich, warum Minister Jens Spahn (CDU) nicht auf Warnungen in seinem Ressort gehört habe. Wie WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung (SZ) berichteten, hat ein Fachreferat vor „gravierenden Finanzwirkungen“ gewarnt und wies darauf hin, viele Berechtigte seien „durchaus in der Lage“, Masken selber zu bezahlen.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erklärte am Donnerstag auf Anfrage, die entsprechende Verordnung sei im Anschluss an Bund-Länder-Beratungen in der Bundesregierung abgestimmt worden. Die Preise für die Abgabe der Masken seien mit ausdrücklicher Zustimmung des Finanzministeriums festgelegt worden. Grund für die Wahl der Apotheken sei gewesen, eine dezentrale Abgabe von mehreren hundert Millionen Masken innerhalb von vier Monaten logistisch zu sichern. Damals hätten die Preise im Schnitt bei 4,29 Euro gelegen, der Markt sei sehr volatil gewesen. Die Vergütung von 6 Euro je Maske inklusive Umsatzsteuer sei auf eine vom Ministerium in Auftrag gegebene Markterhebung zurückgegangen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY habe hierfür nur eine Sichtung des Marktes übernommen. Berücksichtigt worden seien unter anderem Kosten für Beschaffung, Beratung von Kunden und teils nötige Umverpackung.

Auch die Abda erklärte, die Vergütung sei keinesfalls überhöht gewesen. Daraus seien nicht nur der Einkauf, sondern alle übrigen Kosten für Vorfinanzierung und Personal zu bestreiten. Da Kostenstrukturen natürlich nicht überall gleich seien, könne es sein, dass die Vergütung für eine sehr günstig wirtschaftende Apotheke auskömmlicher gewesen sei als für andere.

Die Apotheken seien im Dezember kurzfristig mit der schwierigen Aufgabe betraut worden, quasi über Nacht die Versorgung von rund 30 Millionen Risikopatienten mit hochwertigen Schutzmasken zu bewerkstelligen. Verlässliche alternative Versorgungswege hätten nicht zur Verfügung gestanden, denn zu diesem Zeitpunkt seien Schutzmasken am Markt nur begrenzt zu bekommen gewesen, und die Preise seien höher gewesen als heute und zudem stark schwankend. „Die Apotheken hatten erheblichen Aufwand damit, die Masken rechtzeitig zu besorgen, Angebote zu sichten und die Qualität der Masken zu beurteilen. Sie haben den Einkauf von zum Teil großen Kontingenten vorfinanziert und dafür teilweise Kredite aufgenommen. Sie mussten Masken aus größeren Gebinden umverpacken und die Anspruchsberechtigung der Patienten überprüfen. Viele Betriebe haben zusätzliches Personal mobilisiert und bauliche Veränderungen vorgenommen, um dem Ansturm der Patienten Herr zu werden und auch mit denjenigen zu sprechen, für die nicht sofort Masken verfügbar waren. Das alles musste unter strengen Infektionsschutzauflagen geschehen. Insgesamt hat die Maskenverteilung trotz fehlender Vorbereitungszeit gut funktioniert.“

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