Frankfurt-Tragödie

Fake-News-Attacke auf Spahn APOTHEKE ADHOC, 31.07.2019 17:02 Uhr

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bereits mehrfach mit Äußerungen in Interviews und in sozialen Netzwerken Zorn auf sich gezogen. So schien wohl ein Tweet des CDU-Politikers vielen, die es glauben wollten, als Beleg für seine vermeintliche Kaltschnäuzigkeit: Darin hatte er den Tod eines achtjährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof in Zusammenhang mit der von ihm geforderten Masern-Impfpflicht gebracht. Doch Spahn stellt sich dem entgegen: Denn der Tweet ist eine Fälschung und eine besonders perfide noch dazu.

Jens Spahn mag es kontrovers. Dass er für Statements angefeindet wird, ist der streitbare Politprofi gewöhnt. Doch normalerweise hat er diese Äußerungen zumindest getätigt. Momentan hingegen muss sich der 39-Jährige gegen eine vermeintliche Botschaft wehren, die er gar nicht selbst verfasst hat. Wie viele seiner Kollegen ist er offenbar Opfer eine gezielten Fake-News-Attacke geworden.

Die Tat von Frankfurt – bei der ein Mann ein achtjähriges Kind vor einen Zug gestoßen hat – zeige einmal mehr, dass die öffentliche Wahrnehmung in Bezug auf die Kriminalität von „Nichtdeutschen“ sehr angespannt sei, heißt es da. Und weiter: „Dabei sollte man aber ganz nüchtern betrachtet einmal feststellen, dass wesentlich mehr Kinder 2019 an Masern verstorben sind, als bei Unfällen mit Zügen.“ Deshalb finde er es „wichtig und richtig, dass wir im Bundesministerium für Gesundheit das Gesetz zur Impfpflicht gegen Masern auf den Weg gebracht haben“.

Und direkt danach legt der Minister vermeintlich nochmal nach: „So traurig dieser Unfall auch sein mag, lasst uns dabei nicht vergessen, das Kinder an Krankheiten sterben, die man verhindern kann.“ Auch solle man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine voreiligen Schlüsse über den Hergang ziehen. „Meine Gedanken sind bei den Flüchtlingen, die jetzt wieder Tag für Tag abwertende Blicke von Einheimischen kassieren und um die an Bahnhöfen ein großer Bogen gemacht wird.“

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