EU-Kommission

144 Millionen Euro für Orphan drugs

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Berlin -

Die EU-Kommission wird 144 Millionen Euro für die Erforschung neuer Orphan drugs zur Verfügung stellen. Insgesamt sollen 26 Projekte gefördert werden – ein Großteil davon sind Forschungsteams aus Universitäten, aber auch einige kleinere und mittlere Pharmaunternehmen werden unterstützt. Insgesamt sind laut EU-Kommission 300 Teilnehmer aus 29 europäischen und nichteuropäischen Ländern beteiligt.

Die Wissenschaftler wollen seltene kardiovaskuläre, metabolische und immunologische Erkrankungen untersuchen. Neben neuen Wirkstoffen sollen die Ursachen und Mechanismen der Erkrankungen sowie bessere Diagnosemöglichkeiten entwickelt werden. Auch das Management in Krankenhäusern und anderen Behandlungseinrichtungen soll optimiert werden.

Die Forschungsprojekte sind vielseitig: Eine Forschergruppe befasst sich zum Beispiel mit einem „bioartefiziellen“ Leberunterstützungssystem zur Behandlung des akuten Leberversagens. Außerdem sollen Biomarker und Screeningstrategien erforscht werden, um Arzneimittel zur Behandlung seltener Nierenerkrankungen zu erforschen.

Ein weiteres Projekt befasst sich mit der seltenen Erkrankung Alkaptonurie. Bei der autosomal rezessiv vererbten Erkrankung leiden Patienten an einem Enzymmangel – der Tyrosinstoffwechsel ist gestört. Folge sind gichtähnliche Gelenkentzündungen, Herzerkrankungen und Behinderungen.

Bis 2020 sollen im Rahmen des „Internationalen Konsortiums für die Erforschung seltener Erkrankungen“ 200 neue Arzneimittel und Diagnoseverfahren entwickelt werden. Die Zahl der von der Kommission unterstützten Forschungsprojekte steigt damit auf fast 100 an. Insgesamt liegt das Investitionsvolumen bei etwa 500 Millionen Euro.

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