Diabetes-Vertrag

AOK-Vertrag für Accu-Chek

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Berlin -

Die AOK Hessen will die Versorgung von Diabetikern verbessern und effizienter gestalten. Dabei helfen soll Roche Diagnostics. Der Hersteller hat die Ausschreibung der Kasse für ein Diabetesmanagement gewonnen. Die Versicherten erhalten im Rahmen des neuen Therapiekonzepts Blutzuckermessgeräte der Marke Accu-Chek, die Ärzte eine Vergütung für die Betreuung. Die Apotheken sind nicht einbezogen, sie geben wie gehabt die verschriebenen Teststreifen ab.

Das Kernstück des Vertrags zur Integrierten Versorgung ist das von Roche entwickelte „Personalisierte Diabetes Management“ (PDM). Zunächst werden die Patienten geschult, um selbstständig und strukturiert Therapiedaten wie beispielsweise Blutzuckermesswerte erheben zu können. Diese Daten werden elektronisch dokumentiert und können für die Analyse und zum therapeutischen Gespräch genutzt werden.

Aufbauend auf diesen Daten können Therapieanpassungen oder andere Maßnahmen mit dem Patienten vereinbart werden. Die Daten ermöglichten dem Arzt eine individuelle Therapie, wirbt Roche. Eigene Ziele könnten festgelegt, kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden.

Auch für die Ärzte bietet der Vertrag Vorteile: „Ein besserer Überblick zu Insulin- und Teststreifenverbrauch schafft zudem Transparenz im Budget“, heißt es bei Roche. Außerdem würden die Behandler bei Überweisungen und dem stationären Einweisungsmanagement unterstützt. Doppeluntersuchungen und parallele Therapien würden auf diese Weise vermieden.

Die hessischen Ärzte können im Rahmen des Vertrags eine Vergütung von bis zu 15 Euro pro insulinpflichtigem Patient und Quartal abrechnen. Honoriert wird ein „erweitertes Blutzuckermonitoring“ – das regelmäßige Auslesen und Analysieren der Blutzucker-Messergebnisse mit von Roche bereitgestellten Blutzuckermessgeräten, Softwarelösungen und Prozessen.

Die Teilnahme an dem AOK-Vertrag „Aktiv & Vital Diabetesmanagement“ ist freiwillig. Patienten mit insulinpflichtigem Diabetes, die teilnehmen möchten, werden zunächst mit den Geräten Accu-Chek Aviva oder Aviva Nano versorgt. „Die passenden Blutzuckerteststreifen können wie gewohnt über die Apotheke bezogen werden“, heißt es beim Hersteller.

Bei Patienten wirbt Roche nicht nur mit seinen Geräten für die Teilnahme an dem Vertrag, sondern auch mit einer persönlichen Schulung zur Gerätenutzung und einem „Patienten-Service-Paket mit vielen Informationen und Überraschungen“. Außerdem gibt es ein Service-Center für die Versicherten der AOK Hessen und ein mehrsprachiges Beratungsangebot.

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