ABDA: Botendienst ist allgegenwärtig

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Berlin - Der Botendienst soll in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Nicht umsonst wurde er durch die Reform der Apothekenbetriebsordnung zur Regelleistung aufgewertet. Aktuellen Zahlen des ABDA-Datenpanels zufolge sind die Apotheken dafür gut gerüstet: Der Botendienst ist de facto allgegenwärtig.

So gut wie jede Apotheke hat einen Botendienst. Zu diesem Schluss kommt das ABDA-Datenpanel: 96,7 Prozent der Apotheken bieten die Leistung demnach an. Das heißt, unter den über 19.000 Apothekenbetrieben in Deutschland gibt es nur 600 bis 700, die keinen eigenen Botendienst betreiben.

Und es handelt sich um keine selten beanspruchte Leistung – im Gegenteil: Mit 88 Prozent gaben fast neun von zehn befragten Apotheken an, dass ihr Botendienst mindestens einmal am Tag ausfährt. Bei den restlichen 12 Prozent sind es immer noch zwei- bis drei Fahrten pro Woche. Wenig überraschend müssen dabei Fahrer auf dem Land größere Strecken zurücklegen als in der Stadt: Während 46 Prozent der Botendienste in den Städten kürzer als 5 Kilometer sind, beträgt die Distanz auf dem Land bei 44 Prozent der Fahrten mehr als 15 Kilometer.

Das ABDA-Datenpanel wird derzeit zum zweiten Mal durchgeführt. Apothekeninhaber und -leiter sind noch bis zu 15. November aufgerufen, sich daran zu beteiligen. In der 30- bis 45-minütigen Online-Befragung, die in Kooperation mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung durchgeführt wird, sollen vier Themenbereiche beleuchtet werden: Angaben zur Person, Charakteristika der Apotheke, Daten zur flächendeckenden Versorgung und betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 45 Euro.

Durch die neuen Regelungen in der Apothekenbetriebsordnung ist der Botendienst seit Ende Oktober Regelleistung, das heißt er ist nicht mehr nur in begründeten Ausnahmen, sondern generell auf Kundenwunsch zulässig. Er darf nur durch weisungsgebundenes Personal der beliefernden Apotheke erfolgen. Eine ausreichende Beratung – gegebenenfalls bei der Auslieferung des Arzneimittels – muss sichergestellt werden. Damit könnte er einen spürbaren Bedeutungszuwachs erleben. Manche Experten sehen ihn als vielversprechendes Instrument zur Behauptung gegenüber dem Versandhandel – was jedoch viele Inhaber vor die Frage stellt, wer das denn bezahlen soll.

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