Vitamin D gegen Corona: BfR bleibt skeptisch

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Berlin - Nach der Stellungnahme des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) zum Thema Vitamin D innerhalb der Corona-Prophylaxe rückt das Hormon erneut in den Fokus. Denn der Inhalt wurde von vielen Leser:innen so gedeutet, dass Cholicalciferol den Expert:innen zufolge einer Sars-CoV-2-Infektion vorbeugen könnte. Dem sei aber nicht so – die Stellungnahme sei nie so gemeint gewesen, teilt das BfR mit. Das Institut empfiehlt weiterhin keine prophylaktische Vitamin-D-Einnahme für alle.

„Es gibt Hinweise darauf, dass ein unzureichender Vitamin D-Serumspiegel mit einem erhöhten Risiko für akute Atemwegsinfekte einhergeht. Dazu gehört auch die Covid-19-Erkrankung, für die die Datenlage aktuell noch unsicher ist“, heißt es in der Mitteilung „Vitamin D, das Immunsystem und Covid-19“. Bislang sah das Institut keinen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Covid-19. Nun führte der Text bei zahlreichen Leser:innen dazu, dass Vitamin D als möglicher Wirkstoff zur Prophylaxe und Behandlung der Infektionskrankheit angenommen wurde. Seit Längerem kursieren in den Medien Meldungen zu einer möglichen Wirksamkeit gegen Covid-19.

Kein Kurswechsel, sondern nur ein Hinweis

Doch um eine komplett neue Stellung zum Hormon und dessen Einsatz im Rahmen von Atemwegserkrankungen handele es sich dabei nicht, betont das BfR. Die Mitteilung sei vielmehr als Hinweis darauf zu verstehen, dass es einen Zusammenhang zwischen einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung ein erhöhtes Risiko für Atemwegsinfekte wie Covid-19 gebe. Daraus lasse sich keine allgemeine Prophylaxe-Empfehlung ableiten.

Vielmehr warnt das BfR vor übermäßigen Einnahmen: Wer supplementieren will, der sollte sich an der Höchstdosis von 800 I.E. (entsprechend 20 μg) täglich orientieren. Zur Gesamtaufnahme inklusive Nahrung und Sonnenlicht heißt es: „Im Falle der zusätzlichen Aufnahme von Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel ist zu berücksichtigen, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge (Tolerable Upper Intake Level, UL) für Vitamin D in Höhe von 100 µg (4000 I.E.) pro Tag für Erwachsene und Kinder ab elf Jahren abgeleitet hat.”

Es gehe vielmehr darum aufzuzeigen, dass es keine ausreichende Evidenz zum Thema Covid-19 und Vitamin D gebe. Einen wissenschaftlichen Beweis darüber, dass eine über den ernährungsphysiologischen Bedarf hinausgehende Cholecalciferol-Einnahme einen zusätzlichen Gesundheitsnutzen habe, existiere momentan nicht. Daher gibt das BfR auch keine generelle Empfehlung zur Ergänzung mittels Tabletten, Tropfen & Co.: „Eine generelle Empfehlung zur Vorbeugung von akuten Atemwegserkrankungen durch die Einnahme von Vitamin D-haltigen Präparaten ist daher derzeit nicht begründbar.“

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