Sachverständigenausschuss

Kein OTC-Switch für Adapalen APOTHEKE ADHOC, 20.01.2016 17:41 Uhr

Berlin - Niederlage für Galderma: Adapalen soll verschreibungspflichtig bleiben. Das hat der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht gestern beschlossen. Der Antrag, das Retinoid in die Sichtwahl zu holen, wurde von den Experten mehrheitlich abgelehnt. Damit wird das Aknemittel der ersten Wahl weiterhin von den Krankenkassen erstattet.

Adapalen ist fester Bestandteil in der dermalen Aknetherapie. Einziger Vertreiber in Deutschland ist Galderma: Die Nestlé-Tochter hat neben dem Monopräparat mit Namen Differin auch eine Kombination aus Adapalen und Benzoylperoxid (Epiduo) im Sortiment. Der Hersteller hatte argumentiert, dass für Adapalen umfassende Erfahrungswerte aus 20 Jahren der klinischen Anwendung vorlägen. Die Daten zeigten ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Selbstmedikation.

Dermatologen hatten den Antrag von Galderma kritisch gesehen: Sie befürchteten, durch die Entlassung des Wirkstoffes aus der Verschreibungspflicht ein Instrument zur Verbesserung der Compliance zu verlieren. Erfahrungsgemäß würden Rx-Produkte regelmäßiger angewendet, so ein Sprecher des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD). Da der Therapieerfolg in der Aknebehandlung vor allem von der kontinuierlichen Anwendung abhängt, hätte den Ärzten eine Option weniger für die Patientenführung zur Verfügung gestanden.

Adapalen wird in den Leitlinien als Basistherapeutikum und Mittel der ersten Wahl angeführt. Topische Antibiotika wie Erythromycin, Nadifloxacin, Clindamycin und Chlortetracyclin sollen nicht bei leichter Akne und nicht als Monosubstanz verwendet werden. Es gibt mehrere Kombinationen mit Zink oder Isotretionin auf dem Markt; das Retinoid dominiert auch den Bereich der systemischen Präparate.
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