Kontrazeptiva

Anti-Baby-Pille verändert Gehirn

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Berlin -

Laut einer neuen Studie kann die Anti-Baby-Pille das weibliche Gehirn neurologisch verändern. Das Kontrazeptivum enthält demnach Steroidhormone, die Struktur und Funktion des Gehirns beeinträchtigen können. Demnach werden zwei bestimmte Gehirnregionen, der seitliche orbitofrontale Kortex und der posteriore Cingulum, dünner, wenn orale Kontrazeptiva eingenommen werden. Die Forscher veröffentlichen ihre Ergebnisse im Fachjournal „Human Brain Mapping“.

Der betroffene seitliche orbitofrontale Kortex ist zuständig für die Regulierung von Emotionen – er hilft, das Verhalten als Reaktion auf Belohnungen oder Widrigkeiten anzupassen. Der ebenfalls beeinflusste posteriore cinguläre Cortex hilft, nach innen gerichtete Gedanken und Erinnerungen zu steuern und zu beurteilen.

Laut den Forschern wirken Steroidhormone, insbesondere Estradiol und Progesteron, am besten auf reproduktionsbezogene Gehirnfunktionen. Allerdings seien die Rezeptoren für diese Hormone nicht auf Hirnregionen für das Sexualverhalten beschränkt.

Die beobachteten Veränderungen könnten erklären, warum einige Frauen Angst und Depression erleben, wenn sie beginnen, die Pille zu nehmen. Unklar bleibt, ob die hormonelle Verhütung die Veränderungen in der Gehirnmorphologie tatsächlich verursacht oder lediglich indirekt damit verbunden sei.

Die Ergebnisse seien besonders interessant, weil sie früheren Studien widersprächen. 2010 etwa hätten Wissenschaftler belegt, dass Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel verwendeten, zahlreiche größere kortikale Regionen aufwiesen als Frauen, die keine Verhütungsmittel nahmen. Auch einige dieser Bereiche seien an der Regulierung von Emotionen beteiligt.

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