Impfung: Gewissensfrage für Veganer

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Ein US-amerikanisches Team des Fraunhofer-Instituts hat 2013 eine erste komplett automatisierte Pflanzenfabrik mit einer Zulassung nach GMP-Kriterien entwickelt. Am Anfang stand der Auftrag der US-Regierung, nach Alternativen für die Impfstoffproduktion zu suchen. Ein Engpass während der Schweinegrippe 2009 hatte gezeigt: Die Produktion in Hühnereiern dauert bei einem weltweiten Notfall zu lange. Die Wissenschaftler verwenden Tabakpflanzen, in denen sich Virenvektoren besonders gut vervielfältigen können. In der Anlage können bis zu 300 Kilogramm Biomasse im Monat hergestellt werden – das entspricht 2,5 Millionen Impfstoffdosen.

Die Pflanzen wachsen vier Wochen lang heran – nicht in Erde, sondern in Hydrokulturen aus Mineralwolle. Dann wird der Virenvektor mittels Vakuuminfiltration eingebracht. Dafür werden die Pflanzen kopfüber in Wasser getaucht, das den biologischen Überträger mit den genetischen Informationen enthält. Anschließend kommen sie zurück ins Wachstumsregal und eine Woche später haben sie die Proteine produziert. Die Blätter werden in kleine Stücke geschnitten und homogenisiert. Aus diesem Gemisch werden die Proteine extrahiert.

Dieses Verfahren wird etwa bei dem Ebola-Medikament Zmapp angewendet, das von den kalifornischen Unternehmen Mapp Biopharmaceutical und LeafBio und dem kanadischen Hersteller Defyrus mit Unterstützung der US-Regierung und der kanadischen Gesundheitsbehörde entwickelt wurde. Das Mittel besteht aus drei Antikörpern, die an Ebola-Proteine binden und es dem Immunsystem so ermöglichen, infizierte Zellen zu eliminieren. Die Antikörper werden in Tabakpflanzen produziert. Das Präparat wird derzeit in Liberia getestet.

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