Mehr als 900 Masernfälle

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Berlin -

Bereits mehr als 900 Menschen in Deutschland haben sich in diesem Jahr nachweislich mit Masern angesteckt. Nach Angaben des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales erkrankten allein in der Hauptstadt seit Oktober 782 Patienten. Die meisten von ihnen waren nicht geimpft. 661 Menschen steckten sich in diesem Jahr an. Mit zurzeit rund 20 neuen Fällen pro Tag schwäche sich die Welle bisher auch nicht ab, berichtete Sprecherin Silvia Kostner. 

Bis Ende Februar wurden an das Robert Koch-Institut (RKI) Masernausbrüche aus 13 Bundesländern gemeldet, lediglich in Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine registrierten Fälle. Nach Berlin gab es in Bayern (56), Brandenburg (46) und Sachsen (38) die meisten Patienten.

Die Masernzahlen schwanken von Jahr zu Jahr stark. 2014 gab es in ganz Deutschland 444 gemeldete Fälle, 2013 waren es 1769, 2012 wurden 165 Fälle registriert. Ziel ist es, die Masern in Deutschland auszurotten. Doch dafür sind die Impfquoten weiterhin nicht hoch genug. Impflücken gibt es bei Kindern und Erwachsenen.

Angesichts der Masernwelle hält Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Einführung einer Impfpflicht für möglich. Rechtlich sei dies denkbar, sagte der SPD-Politiker dem Berliner Tagesspiegel. Impfen sei zwar ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit. Ein Zwang könne aber verhängt werden, wenn Experten dies für nötig hielten, um eine Masern-Epidemie zu verhindern. „Das kommt erst infrage, wenn wir es nicht schaffen, durch Aufklärung die Impfquote zu erhöhen“, betonte Maas.

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