Augenerkrankungen

Glaukom: Virus-Injektion statt Augentropfen? APOTHEKE ADHOC, 14.05.2020 14:42 Uhr

Berlin - Glaukom-Patienten müssen in vielen Fällen eine langfristige Therapie mit Augentropfen beibehalten. Eine Einmalinjektion in den Augapfel könnte in Zukunft eine neue Behandlungsoption darstellen und die Compliance vereinfachen.

Das Glaukom wird im Volksmund häufig auch als „grüner Star“ bezeichnet. Es handelt sich um eine Augenerkrankung, die meist mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergeht: Unbehandelt drohen Sehschäden und Erblindung. Derzeit besteht die Therapie der Erkrankung in einer täglichen Anwendung von Augentropfen, die den Augeninnendruck senken sollen. Viele – vor allem ältere – Patienten haben jedoch Probleme mit der regelmäßigen Anwendung, sodass die Compliance und der Therapieerfolg häufig nicht gesichert sind.

Gentherapie per Augen-Injektion

Britische Forscher der Universität Bristol haben sich mit einer neuartigen Applikationsform zur Behandlung des Glaukoms beschäftigt: Es handelt sich dabei um eine Gentherapie, bei der einmalig die Injektion eines Virus in den Augapfel erfolgt. Das Virus infiziert die Zellen des Ziliarkörpers, in dem das Augenwasser produziert wird. Dieses ist meist für den erhöhten Augeninnendruck bei Glaukom-Patienten verantwortlich. In den Zellen des Ziliarkörpers wird die „Fracht“ des adenoassoziierten Virus abgeladen – ein CRISPR-Cas-9-Komplex – der in der DNA der Zellen das Gen für das Protein Aquaporin 1 zerstört. Diese Aquaporine sind Membranpumpen, die im Ziliarkörper an der Produktion des Augenwassers beteiligt sind.

Zunächst wurde die Behandlung an gesunden Mäusen erprobt: Nach der einmaligen Injektion konnte der Augeninnendruck um 2,9 mmHg beziehungsweise 22 Prozent gesenkt werden. Genau dieser Bereich könne den Forschern zufolge bei Glaukom-Patienten langfristig eine Erblindung verhindern.

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