Timolol nicht bei Asthma

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Berlin - Topisch angewendete Arzneimittel wirken nicht systemisch: Soweit die Theorie, doch die Praxis sieht anders aus. Ein Beispiel sind Timolol-haltige Augentropfen, die schwerwiegende systemische Nebenwirkungen wie Bradykardie, Hypotonie, psychische Störungen oder Bronchospasmen auslösen können. Vorsicht ist bei der Anwendung von Timolol bei Patienten mit Asthma geboten.

Fall: Ein Stammkunde hat vom Augenarzt ein Rezept über Timolol erhalten. Der Augeninnendruck sei erhöht und nun müsse er jeden Tag einen Tropfen ins Auge geben. Ein Blick in die Kundekarte zeigt die Dauermedikation. Der Asthmatiker wird seit Langem mit der Fixkombination aus Formoterol und Budesonid behandelt. Für den Notfall hat er stets ein Salbutamol-haltiges Spray in der Tasche.

Analyse: Timolol-Augentropfen können die Wirkung von Beta-2-Sympatomimetika abschwächen, die Lungenfunktion verschlechtern und zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen wie schweren Bronchospasmen führen. Ursache ist die zum Teil systemische Resorption.

Timolol ist ein nicht-selektiver Betarezeptorblocker, der sowohl Beta-1- als auch Beta-2-Rezeptoren hemmt. Die Blockade in den Bronchien erhöht den Atemwiderstand. Die topische Anwendung am Auge geht mit einer Senkung des Augeninnendrucks einher. Ursache ist die Verminderung der Kammerwasserproduktion. Die Wirkung tritt bereits nach etwa 20 Minuten ein. Die maximale Wirksamkeit ist nach etwa ein bis zwei Stunden erreicht.

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