Salbutamol: Doping oder Therapie?

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Berlin - Jetzt auch Chris Froome? Doping oder Therapie – das ist die Frage bei der im Urin des viermaligen Tour-de-France-Gewinners festgestellten Überdosis des Asthma-Mittels Salbutamol. Am 7. September war Froome auf dem Weg zu seinem ersten Vuelta-Sieg wie jeden Tag vorher als Träger des Roten Trikots getestet worden. Der 32 Jahre alte Brite wies das Doppelte der erlaubten und von der WADA als Grenzwert festgelegten Substanz von 1000 Nanogramm pro Milliliter auf.

Das bronchienerweiternde Salbutamol gilt als das Asthma-Mittel mit der höchsten anabolen Nebenwirkung. Es beeinflusst auch den Muskelauf- und den Fett-Abbau. Salbutamol gehört zur Wirkstoffgruppe der sogenannten Beta-2-Agonisten, die hauptsächlich therapeutisch gegen Asthma eingesetzt werden. Sie wurden erstmals 1993 als Dopingsubstanzen deklariert und verboten, nachdem ihr Missbrauch im Sport bekannt geworden war. Ob die Wirkung von Beta-2-Agonisten auf die Bronchien zu einer verbesserten Atmung und einer Leistungssteigerung führen kann, ist umstritten.

Für die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City 2002 wurde erstmals vom Internationalen Olympischen Komitee eine umfangreiche Anmeldepflicht für inhalativ zugelassene Beta-2-Agonisten vorgeschrieben.

Am Tag vor dem Test hatte der Brite auf einer schweren Bergetappe auf den Los Machucos 1:46 Sekunden auf den Tagessieger und nicht viel weniger auf seine direkten Konkurrenten Vincenzo Nibali und Alberto Contador verloren. Froome und sein Team hätten sich laut dem Doping-geständigen Ex-Profi Michael Rasmussen wohl deshalb für „eine kleine Extra-Dosis Salbutamol“ entschieden. Das twitterte der Däne, der 2007 wegen Doping-Verdachts im Gelben Trikot aus der Tour genommen worden war und in den vergangenen Jahren als Journalist tätig ist.

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