Apotheker deckt Doping auf

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Berlin - Die Anwendung leistungssteigernder Substanzen im Sport ist ein Dauerthema, viele Fälle werden nicht oder erst viel später publik. Ein junger Apotheker einer Krefelder Apotheke hat in seiner Doktorarbeit herausgefunden, dass sich 31 Athleten in der Vergangenheit mit Anabolika aufgeputscht haben.

Dr. Simon Krivec hat Pharmazie in Frankfurt studiert und ist Inhaber zweier Apotheken in Krefeld, der Mühlen- und der Brunnen-Apotheke. Im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Hamburg hat er die Anwendung von anabolen-androgenen Steroiden bei Leichtathleten in den Jahren 1960 bis 1988 untersucht. Das Interesse an Problemstellungen des Sports kommt nicht von ungefähr: Sein Vater, ebenfalls Apotheker, ist ein ehemaliger Dreispringer und Olympiateilnehmer 1964 in Tokio für die Bundesrepublik.

Dopingskandale und der Missbrauch von Arzneimitteln zur Leistungssteigerung standen häufig in der Familie Krivec zur Diskussion. Krivec kontaktierte 121 ehemalige männliche Leichtathleten, davon haben sich etwa ein Drittel zum Sachverhalt geäußert. 31 Ex-Sportler haben zugegeben, sich im genannten Zeitraum mit Anabolika gedopt zu haben. Sechs davon werden sogar namentlich genannt, darunter die Kaderathleten Klaus-Peter Hennig, Alwin Wagner und Gerd Steines.

Nicht nur Ärzten war die Anwendung von Dopingmitteln unter den Leistungssportlern bekannt, sondern auch Apothekern, erläutert der Pharmazeut. Zwar gebe es Mediziner, die sich bewusst gegen eine Verschreibung der Anabolika entschieden hätten. Viele Mediziner hätten die entsprechenden Rezepte aber leichtfertig ausgestellt. Die Studie zeigt, dass auch Apotheker verantwortungslos gehandelt haben: „Manche Apotheker haben die Arzneimittel auch ohne Rezept abgegeben“, so Krivec. Zudem seien Fälle bekannt, in denen Rezepte gegen andere Produkte des Apothekensortiments eingetauscht worden seien.

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