MS-Medikamente

Evobrutinib: Merck plant Phase-III-Studie dpa-AFX/APOTHEKE ADHOC, 11.05.2019 08:14 Uhr

Berlin - Der Darmstädter Pharmakonzern Merck sieht die Wirksamkeit des Medikamentenkandidaten Evobrutinib gegen Multiple Sklerose durch weitere Studiendaten bestätigt. Es ist laut Hersteller der erste orale, hochselektive Inhibitor der Brutontyrosinkinase (BTK) mit klinischem Proof-of-Concept bei schubförmiger MS.

Die 48-Wochen-Ergebnisse seien ein weiterer Beleg für die Schubreduzierung bei der Behandlung mit dem Wirkstoff, wie der Konzern am Freitag in Darmstadt mitteilte. Nach 12 Wochen sei im MRT ein schneller Rückgang von Läsionen erreicht worden, der bis Woche 48 anhielt. Die nun vorgelegten Ergebnisse sind längerfristige Folgedaten, den primären Endpunkt hatte die Studie bereits im Herbst erreicht.

Die zuvor berichteten Daten belegten die Wirkung über eine Behandlungszeit von 24 Wochen. Die kumulative Gesamtzahl von Gadolinium-anreichernden T1-Läsionen wurde dabei unter Evobrutinib im Vergleich zu Placebo reduziert. Unter Behandlung mit Evobrutinib 75 mg q.t. (1 x täglich) bzw. 75 mg b.i.d. (2 x täglich) wurde zum Zeitpunkt 12 Wochen ein schneller Rückgang der Anzahl an Gadolinium-anreichernden T1-Läsionen beobachtet. Die neuen Daten belegten, dass der zum Zeitpunkt 12 Wochen beobachtete Effekt auf den Rückgang der Gadolinium-anreichernden T1-Läsionen unter Evobrutinib 75 mg q.t. bzw. b.i.d. über 48 Wochen anhielt.

Unter Evobrutinib 75 mg b.i.d. betrug die annualisierte Schubrate (ARR) (Konfidenzintervall) 0,11 (0,04 - 0,25). 79 Prozent der Patienten blieben über den Behandlungszeitraum von 48 Wochen schubfrei. Zum Vergleich: Zum Zeitpunkt 24 Wochen lag die ARR für Evobrutinib 75 mg b.i.d. bei 0,08 (0,01 - 0,30) und für Placebo bei 0,37 (0,17 - 0,70).

Es wurden keine mit der Behandlung assoziierten Infektionen, parasitären Erkrankungen oder Lymphopenie beobachtet. Des Weiteren wurden keine neuen Sicherheitssignale über einen Zeitraum von 52 Wochen identifiziert. Zu den häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen (TEAE) (> 10 %) zählten Nasopharyngitis und erhöhte ALT. Der prozentuale Anteil von Übergängen zu Grad 2 oder höher im Vergleich zu Baseline lagen für ALT bei 5,7 %, 3,8 % und 13 % in den jeweiligen Evobrutinib-Gruppen (25 mg q.t., 75 mg q.t., 75 mg b.i.d.). In der Placebogruppe lag für ALT der entsprechende Anteil der Übergänge über den Zeitraum 24 Wochen bei 7,5 %. Alle Ereignisse traten innerhalb von 24 Wochen ab Behandlungsbeginn auf und waren bei Therapieabbruch reversibel, ohne dass über die 52-wöchige Studienlaufzeit klinische Folgen eingetreten wären. Im Studienverlauf durchliefen 85 % der Patienten (227 von 267) die 52-wöchige Behandlungsphase.

Bis zu einer Zulassung des Hoffnungsträgers kann es derweil noch dauern. Dafür braucht es eine Phase-III-Studie, die auch einiges Geld kosten dürfte. Beginnen will Merck damit weiterhin in der zweiten Jahreshälfte.

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