Efluelda: Empfehlung oder Pflicht?

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Dagegen herrscht unter den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) derzeit kein Konsens. So empfahl die KV Baden-Württemberg zuletzt, den Hochdosisimpfstoff „aus Gründen der Wirtschaftlichkeit“ nur für die Personengruppe über 65 Jahren zu bestellen. Die KV Berlin empfahl, den Hochdosisimpfstoff nur unter Vorbehalt beziehungsweise mit Rücktrittsrecht zu reservieren und konventionelle Bestellungen unverändert beizubehalten.

Dagegen empfahl die KV Hamburg, Hochdosisimpfstoff nachzubestellen und gegebenenfalls Bestellungen von konventionellen Impfstoffen zu reduzieren, da man die Zulassungserweiterung für die Altersgruppe von 60 bis 64 Jahren für „sehr wahrscheinlich“ halte. Anderenfalls sei eine Stornierung oder eine Wandlung der Bestellung in konventionelle Impfstoffe möglich, so die KV Nordrhein. Die KV Thüringen empfahl kurzerhand, für die Altersgruppe 60 bis 64 Jahre gegebenenfalls einfach beide Impfstoffe einzuplanen.

Wieder andere, zum Beispiel die KV Bayern, hielten sich mit konkreten Empfehlungen zurück und boten lediglich eine Übersicht über die aktuellen Regelungen und noch ausstehenden Entscheidungen mit der Bitte, diese Umstände bei den Bestellungen zu berücksichtigen.

Die teils widersprüchlichen und mitunter wenig aussagekräftigen Empfehlungen der KVen verdeutlichen laut Experten, wie unübersichtlich die aktuelle Beschlusslage für alle Beteiligten ist. In der kommenden Grippesaison 2021/2022 drohe daher unter diesen Umständen eine Wiederholung des logistischen Durcheinanders der laufenden Grippesaison.

Das BMG hält sich noch bedeckt: Nach der für die aktuelle Saison noch geltenden Verordnung hätten Versicherte, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, im Rahmen der Verfügbarkeit Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen Influenza mit einem inaktivierten, quadrivalenten Influenza-Hochdosis-Impfstoff. Aktuell könnetn daher beide Impfstoffe – herkömmlich und hochdosiert – verimpft werden.

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