Nationale Reserve

Spahn will wieder Grippeimpfstoff beschaffen

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Bundsgesundheitsminister Jens Spahn in der Pressekonferenz nach der Sitzung des Corona-Kabinetts
Berlin -

Der Bund will auch für die nächste Grippesaison 2021/22 erneut zusätzlichen Grippeimpfstoff beschaffen. Neben den Bestellungen von Praxen und Apotheken sollen fünf bis acht Millionen Dosen zusätzlich geordert werden, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin sagte.

Schon für diesen Herbst und Winter hatte der Bund ergänzend Impfstoff beschafft, um eine weitere Belastung des Gesundheitswesens in der Corona-Pandemie zu vermeiden. Spahn sagte, in der laufenden Saison habe die Grippe auch angesichts von Corona-Schutzregeln mit Abstand und Masken so gut wie keine Chance. So gebe es derzeit nur 20 bis 30 gemeldete Grippefälle pro Woche statt einer sonst üblichen Größenordnung von einigen Tausend Fällen. Aktuell seien auch noch eine Million Dosen verfügbar, so dass sich Interessierte weiter gegen Grippe impfen lassen könnten.

Waren zunächst 4,5 Millionen zusätzliche Dosen geplant, sind es am Ende sogar 6 Millionen geworden. Insgesamt standen damit mehr als 26 Millionen Dosen zur Verfügung. Laut Spahn waren im vergangenen Jahr lediglich 14 Millionen Dosen verimpft worden.

In vielen Apotheken geht die Sorge um, auf den Dosen sitzen zu bleiben. Als Grund wird vielfach die späte Auslieferung der Nationalen Reserve genannt. Schon Ende vergangenen Jahres hatten Teilnehmer einer aposcope-Umfrage ihre Kritik an der Organisation deutlich gemacht: Durch ein besseres Konzept in Sachen Logistik und Kommunikation hätten Engpässe vermieden werden können, waren 84 Prozent der Teilnehmer überzeugt. Insbesondere der Umgang mit der Nationalen Reserve war nach Ansicht von neun von zehn Befragten absolut intransparent. Spahns Krisenmanagement rund um die Verteilung von Grippeimpfstoffen hielten 78 Prozent für unzureichend. 53 Prozent der Befragten fürchteten, dass sie auf Grippeimpfstoffen sitzen bleiben werden.

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