Metformin kann als Monotherapie an Grenzen stoßen – vor allem dann, wenn bereits Begleiterkrankungen oder hohe kardiovaskuläre Risiken vorliegen. Aktuelle Leitlinien empfehlen daher einen frühzeitigen Einsatz moderner Therapien wie GLP-1-Rezeptoragonisten, um Langzeitschäden vorzubeugen.
Die Diagnose Typ-2-Diabetes stellt Betroffene und Ärzte gleichermaßen vor komplexe Herausforderungen. Dies gilt insbesondere für Menschen mit bereits erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Neben der Gefahr von Hyper- oder Hypoglykämien besteht auch ein renales Risiko. Deswegen kann eine Behandlung mit Metformin oder einer reinen Glukosekontrolle an Grenzen stoßen.
Im Fokus des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 2026 (DGIM) stand die moderne Behandlung des Typ-2-Diabetes. Die nationalen Leitlinien raten heute zu einer frühzeitigen und individuell angepassten Therapie. Ein zentraler Baustein ist dabei die Kombination von Metformin mit GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid bereits in der frühen Behandlungsphase.
„Gerade im Einklang mit den Diabetes-Leitlinien kommt der Evidenzlage zu Semaglutid eine entscheidende Bedeutung für die Therapieentscheidung zu“, erklärt Professor Dr. Monika Kellerer, ärztliche Direktorin und Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologie und Endokrinologie in Stuttgart.
Semaglutid nimmt unter den Inkretinmimetika bislang eine Sonderstellung ein. Es ist der einzige Wirkstoff dieser Klasse, dem der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einen kardiovaskulären Zusatznutzen bescheinigt hat. Dieser wurde unter anderem in zwei Erhebungen bestätigt:
„Der vom G-BA anerkannte Zusatznutzen bietet damit eine wichtige Orientierung für eine medizinisch und dabei auch wirtschaftlich gut begründbare Therapieentscheidung, insbesondere bei Patient:innen mit kardiovaskulärer Erkrankung“, erklärt Dr. Martina Lange aus der Diabetesschwerpunktpraxis in Rheinbach.
Zudem verfügt Semaglutid über eine Leitlinienempfehlung für Menschen mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung. Die Flow-Studie belegte erstmals, dass der Wirkstoff das Risiko für schwere Nierenereignisse um 24 Prozent senken kann und den Verlust der Nierenfunktion deutlich verlangsamt. Damit bietet der Wirkstoff eine wichtige therapeutische Option für Patient:innen mit renalem Risiko.
Mit der Verfügbarkeit der 2-mg-Dosierung erhalten Ärzt:innen mehr Spielraum in der Behandlung. Die klinischen Daten dazu sind vielversprechend:
„Moderne Diabetesbehandlung bedeutet heute, Blutzucker, Gewicht sowie kardio-renale Risiken gemeinsam in den Blick zu nehmen. Semaglutid vereint genau diese zentralen Therapieziele in einer Behandlung“, betont Lange.
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