Sars-CoV-2 – ein behülltes Virus

Desinfektionsmittel: Nicht alles wirkt

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Polihexanid

Polyhexanid ist eine antiseptisch wirkende Substanz. Neben Verletzungswunden wird es auch als Wundauflage bei schlecht heilenden, chronischen Wunden angewendet. Aufgrund einer selektiven Wirkung gegenüber negativ geladenen sauren Lipiden bakterieller Zellmembranen hat Polihexanid eine große therapeutische Breite gegenüber Bakterien. Der Wirkmechanismus beruht auf einer Ionen-Wechselwirkung mit der Membran von Bakterien: Der kationische Biguanidteil interagiert mit sauren Phospholipidpartialstrukturen der bakteriellen Zellmembran und erhöht deren Permeabilität. Durch hohe Kaliumaustritte setzt der Zelltod ein.

Eine viruzide Wirkung wird bisher nur vermutet, aufgrund von strukturellen Ähnlichkeiten zu Chlorhexidin lässt sich von einer begrenzten viruziden Wirkung ausgehen. Zu Desinfektion von intakter Haut ist der Stoff prinzipiell geeignet, jedoch besteht keine Wirkung gegen unbehüllte Viren. Ob Polihexanid ausreichend gegen Coronaviren wirkt ist nicht belegt.

Povidon-Iod

Povidon-Iod ist ein Antiseptikum, welches zur Versorgung von Wunden angewendet wird. Zur topischen Anwendung werden meist 5- bis 10-prozentige Lösungen verwendet. Die Zubereitungen haben einen charakteristischen Geruch und eine rot-braune Farbe. Diese verbleibt nach der Anwendung bis zu mehreren Tagen auf der Haut, sodass der Einsatz meist nur präopterativ in der Klinik stattfindet. Für den Einsatz bei kleinen Wunden stehen PVP-Salben zur Verfügung. Nach dem Auftragen müssen die Wunden mit einer Wundauflage abgedeckt werden, da ansonsten die Kleidung eingefärbt wird. Das Wirkspektrum ist breit: Povidon-Iod ist antibakteriell, sporozid, fungizid und viruzid. Verglichen mit vergleichbaren Arzneistoffen (Polyhexanid etc.) weist Povidon-Iod kaum Wirkungslücken auf. Für die regelmäßige Händedesinfektion ist eine Iod-Lösung aufgrund der Einfärbung nicht geeignet. Coronaviren würden jedoch abgetötet werden. Je nach Erreger müssen die Lösungen und Salben länger einwirken.

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