Kardiovaskuläres Risiko

Azithromycin: Mortalität erhöht Alexandra Negt, 16.10.2020 12:16 Uhr

Berlin - Bereits 2012 stand Azithromycin in der Kritik. Das Antibiotikum erhöhe das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle, hieß es damals. Diese Erkenntnis aus Studienergebnissen führte dazu, dass der Wirkstoff unter anderem durch die US-Arzneimittelbehörde FDA erneut geprüft wurde. Nun weisen Studien darauf hin, dass das Makrolid-Antibiotikum die generelle Sterblichkeit ebenfalls erhöht, unabhängig von der Art der Vorerkrankungen.

Ein Team aus US-Wissenschaftlern untersuchte das mögliche Sterberisiko unter der Einnahme von Azithromycin. Die Forscher rund um den Mediziner Jonathan G. Zaroff stellten sich die Frage, ob die Anwendung des Antibiotikums in einem ambulanten Umfeld mit einem erhöhten kurzfristigen Risiko für kardiovaskulär bedingten Tod und plötzlichen Herztod verbunden ist.

Hierfür werteten sie Daten von fast acht Millionen Antibiotika-Verordnungen aus. Laut den Wissenschaftlern ist Azithromycin eines der am häufigsten verschriebenen Antibiotika in den USA. Die retrospektive Kohortenstudie umfasste zwei große amerikanische Versorgungssysteme. Der Zeitraum der Datensammlung erstreckte sich vom 1. Januar 1998 bis zum 31. Dezember 2014. Es wurden Patienten im Alter von 30 bis 74 Jahren miteingeschlossen. Patienten, die stationär aufgenommen wurden, das Antibiotikum während eines Krankenhausaufenthaltes oder während eines Aufenthaltes in einem Pflegeheim erhielten, waren von der Studie ausgeschlossen. Gleiches galt für Patienten, die an einer schwerwiegenden Erkrankung litten.

Das Risiko eines kardiovaskulären Todes im Zusammenhang mit Azithromycin wude mit dem β-Lactam-Antibiotika Amoxicillin verglichen. Als primäre Endpunkte wurden ein kardiovaskulär bedingter Tod und der plötzliche Herztod definiert. Hierbei wurde unterschieden, ob die Patienten vor der Einnahme bereits eine kardiovaskuläre Vorerkrankung aufwiesen oder nicht. Die analysierten 7.824.681 Antibiotika-Expositionen beinhalteten 1.736.976 Azithromycin-Expositionen, das entspricht einem Anteil von 22,2 Prozent, und 6.087.705 Amoxicillin-Expositionen, das entspricht einem Anteil von 77,8 Prozent.

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Weiteres
Coronavirus

Regierungserklärung

Merkel: Lügen beschädigen Kampf gegen Corona  »

Steigende Corona-Zahlen

Kliniken schlagen Alarm, Update Impfstoff»

Merkel begründet neue Maßnahmen

Beinahe-Shutdown: Die Corona-Regeln im November»
Markt

Nur ein Kunde pro 10 Quadratmeter

Bald wieder Warteschlangen vor Apotheken?»

Rechenzentrum macht sich zum Gläubiger

Noventi kauft Apothekerin alle AvP-Forderungen ab»

Kundenzeitschriften

Umschau startet Webshop»
Politik

Braun verteidigt neuen Lockdown

Spahn: Corona-Infektion macht „demütig“»

Preisbindung

Phagro fürchtet EU-Großhändler»

Corona-Krise

Lockdown: Scholz will Umsatzausfälle ersetzen»
Internationales

Reichensteuer und höhere Sozialabgaben

Corona-Kosten: Spanien bittet zur Kasse»

Rechtliche Lage nicht eindeutig genug

Österreich: Apotheken stoppen Testungen»

Krankenhäuser überlastet

Trotz Corona-Infektion: Ärzte und Krankenpfleger arbeiten weiter»
Pharmazie

Auswertungen eindeutig aber ungenau

Ansteckungsrisiko: Privatleben»

AMK-Meldung

Ancotil & Protamin: Nur mit Sterilfilter»

Erprobung in den USA

Corona-Impfstoff: AstraZeneca nimmt klinische Studie wieder auf»
Panorama

Sinsheim

Mutmaßlich falsche Masken-Atteste: Polizei durchsucht Arztpraxis»

Zwei Münchner Tatverdächtige

Ermittler heben Netzwerk für illegalen Arzneimittelhandel aus»

Brandsätze gegen Fassade geworfen

Anschlag auf RKI – Staatsschutz ermittelt»
Apothekenpraxis

Lieferschwierigkeiten

Ärger mit Pneumokokken-Impfstoffen»

Zwei Jahre Securpharm

N-Ident-Zertifikat verlängern»

adhoc24

BKK gegen Botendiensthonorar / Neue Corona-Maßnahmen / Anklage gegen Apotheker»
PTA Live

Abfallmanagement

Wohin mit den Corona-Proben?»

Lokalanästhetika mit Klümpchenbildung

Rezepturtipp: Polidocanol»

Schutzmaßnahmen und Zukunftssorgen

Apothekenteams fürchten langen Corona-Winter»
Erkältungs-Tipps

Duale Behandlung bei Erkältungsinfekten

An obere und untere Atemwege denken»

Erkältung, Allergie, Medikamente

Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen»

Wenn die Temperatur steigt

Hausmittel bei Fieber: Wann und wie?»
Magen-Darm & Co.

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»

Vitamin-B12-Mangel

Fehlender Intrinsic Factor»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»

Geschlechtsbestimmung

Mädchen oder Junge? Der Genetik auf der Spur»

Kaiserschnitt ist kein Muss

HIV und Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»
HAUTsache gesund und schön

Verwöhnprogramm für die Haut

Pflege hoch zwei: Gesichtsmaske und Peeling»

Viel hilft nicht immer viel

Überpflegung der Haut»

Aufbau, Alterung und Pflege

Unterschiede von Frauen- und Männerhaut»