Azithromycin: Mortalität erhöht

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Berlin - Bereits 2012 stand Azithromycin in der Kritik. Das Antibiotikum erhöhe das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle, hieß es damals. Diese Erkenntnis aus Studienergebnissen führte dazu, dass der Wirkstoff unter anderem durch die US-Arzneimittelbehörde FDA erneut geprüft wurde. Nun weisen Studien darauf hin, dass das Makrolid-Antibiotikum die generelle Sterblichkeit ebenfalls erhöht, unabhängig von der Art der Vorerkrankungen.

Ein Team aus US-Wissenschaftlern untersuchte das mögliche Sterberisiko unter der Einnahme von Azithromycin. Die Forscher rund um den Mediziner Jonathan G. Zaroff stellten sich die Frage, ob die Anwendung des Antibiotikums in einem ambulanten Umfeld mit einem erhöhten kurzfristigen Risiko für kardiovaskulär bedingten Tod und plötzlichen Herztod verbunden ist.

Hierfür werteten sie Daten von fast acht Millionen Antibiotika-Verordnungen aus. Laut den Wissenschaftlern ist Azithromycin eines der am häufigsten verschriebenen Antibiotika in den USA. Die retrospektive Kohortenstudie umfasste zwei große amerikanische Versorgungssysteme. Der Zeitraum der Datensammlung erstreckte sich vom 1. Januar 1998 bis zum 31. Dezember 2014. Es wurden Patienten im Alter von 30 bis 74 Jahren miteingeschlossen. Patienten, die stationär aufgenommen wurden, das Antibiotikum während eines Krankenhausaufenthaltes oder während eines Aufenthaltes in einem Pflegeheim erhielten, waren von der Studie ausgeschlossen. Gleiches galt für Patienten, die an einer schwerwiegenden Erkrankung litten.

Das Risiko eines kardiovaskulären Todes im Zusammenhang mit Azithromycin wude mit dem β-Lactam-Antibiotika Amoxicillin verglichen. Als primäre Endpunkte wurden ein kardiovaskulär bedingter Tod und der plötzliche Herztod definiert. Hierbei wurde unterschieden, ob die Patienten vor der Einnahme bereits eine kardiovaskuläre Vorerkrankung aufwiesen oder nicht. Die analysierten 7.824.681 Antibiotika-Expositionen beinhalteten 1.736.976 Azithromycin-Expositionen, das entspricht einem Anteil von 22,2 Prozent, und 6.087.705 Amoxicillin-Expositionen, das entspricht einem Anteil von 77,8 Prozent.

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