Antibiotika: Wie lange einnehmen?

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Berlin - Antibiotikaresistenzen sind ein zunehmendes Problem der öffentlichen Gesundheit, denn diese sind Grund für den Tod von etwa 25.000 Menschen jährlich. Unter anderem spielt für diese Mechanismen die Einnahmedauer der Präparate eine Rolle. Bislang hieß es immer, dass die Tabletten im Rahmen einer antibiotischen Therapie bis zum Ende genommen werden müssen. Britische Wissenschaftler widerlegen dies und fordern einen Paradigmenwechsel. 

Ein frühzeitiges Therapieende förderte nach bisherigem Verständnis die Ausbildung von Antibiotikaresistenzen. Die im „British Medical Journal“ veröffentlichte wissenschaftliche Analyse hebt hervor, dass diese Aussage nicht evident ist. Professor Dr. Martin Llewelyn vom Brighton and Sussex Medical School teilt in Zusammenarbeit mit weiteren britischen Kollegen mit, dass eine über die notwendige Therapiedauer hinaus gehende Einnahme von Antibiotika dagegen diese Resistenzen forcierte. Sie fordern Politiker und Ärzte auf, den bisherigen Standpunkt zu hinterfragen. Zudem stellen sie fest, dass es bei den meisten Indikationen keine Studien zur minimalen effektiven Therapiedauer gibt.

Die Forscher zeigen zwei verschiedene Selektionsmöglichkeiten auf: Zum einen gebe es die „target selection“, die humanpathogene Erreger wie Mycobacterien, Gonokokken oder Salmonellen bevorzugen. Mutationen können bei derartigen Bakterien während oder nach der Antibiotika-Therapie auftreten. Die Resistenzbildung stehe so in unmittelbarem Zusammenhang mit einer erregerspezifischen Medikation.

Der Großteil der Resistenzen sei allerdings auf die „collateral selection“ zurückzuführen. Diesen Weg bestreiten fakultativ pathogene Keime, die bei Gesunden weit verbreitet sind und in erster Linie keine Erkrankung hervorrufen. Dazu zählen beispielsweise E.coli-Bakterien, aber auch Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae und Enterobacter. Resistenzen bei diesen Keimen treten den Studienautoren zufolge während einer Antibiotika-Therapie anderer Infektionen auf.

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