Fusidinsäure: Topisch gegen Staphylokokken

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Berlin - Fusidinsäure gehört zu den wenigen lokal eingesetzten Antibiotika. Die aus dem Pilz Fusidium coccineum gewonnene Substanz entfaltet ihre bakteriostatische Wirkung direkt am Zielort, beispielsweise auf der Haut oder Schleimhaut. Ein Wirkstoffporträt.

Fusidinsäure ist ein Steroid-Antibiotikum mit einer tetracyclischen Triterpensäure mit einem 29-Nordammaran-Grundgerüst (Fusidan), das an den Elongationsfaktor EF-G bindet und die Proteinbiosynthese am bakteriellen Ribosom verhindert. Folglich kommt es zu einem Zusammenbruch der Zellwandstruktur und damit zum Absterben der proliferierenden Mikroorganismen. Das Antibiotikum unterscheidet sich von den Steroidhormonen in der Stellung der Substituenten und räumlich andersartigen Ringverknüpfung.

Der Arzneistoff ist wirksam gegen grampositive Bakterien wie Staphylokokken und gramnegative Keime wie Gonokokken und Meningokokken. Der Arzt kann je nach Infektionsort Cremes, Salben oder Augentropfen verordnen. Wenn nichts anderes auf dem Rezept vermerkt ist, erfolgt die Anwendung bei Dermatika in der Regel dreimal täglich auf die befallene Haut und bei Augentropfen zweimal täglich.

Fusidinsäure-haltige Dermatika enthalten unter anderem Hilfsstoffe wie Paraffin und Vaselin. Bei einer Behandlung im Genital- oder Analbereich kann es daher bei gleichzeitiger Anwendung von Latex-Kondomen zu einer Verminderung der Reißfestigkeit und damit zur Beeinträchtigung der Sicherheit von Kondomen kommen. Ein diskreter Hinweis an den Kunden ist unter Umständen sinnvoll.

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