Studienergebnisse

Antibiotika: Fördert die Einnahme das Reizdarm-Syndrom?

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Berlin -

Das Reizdarmsyndrom (RDS) kann die Lebensqualität von Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Neue Studienergebnisse legen nahe, dass der Einsatz von Antibiotika, insbesondere bei Magen-Darm-Infektionen, einen entscheidenden Trigger für die Entwicklung dieser Störung darstellen kann.

RDS ist eine häufige, chronische Funktionsstörung des Darms. Diese äußert sich durch Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen der Einnahme von Antibiotika und dem RDS, legen nun Ergebnisse der Studie „Antibiotic Use During Gastrointestinal Infections Increases the Risk of Developing Irritable Bowel Syndrome“ nahe. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachmagazin American Journal of Gastroenterology (AJG) veröffentlicht.

Antibiotika zerstören Mikrobiom

Da Antibiotika nicht selektiv wirken, können sie neben Krankheitserregern auch nützliche Bakterien der Darmflora schädigen oder zerstören. Das stört das mikrobielle Gleichgewicht nachhaltig. Die aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse unter der Leitung von Luigi Colecchia untersuchte vor diesem Hintergrund weltweit Daten bis Juni 2025. Ziel war es, die Inzidenz von RDS-Neudiagnosen nach einer Antibiotikaeinnahme zu beziffern.

Die statistische Auswertung von 31 Studien mit insgesamt 422.350 Patientinnen und Patienten verdeutlicht das erhöhte Risiko. Denn: Während die Inzidenzrate für ein Reizdarmsyndrom bei Personen ohne Antibiotikaexposition bei 20 Prozent lag, stieg dieser Wert bei den Anwendern von Antibiotika auf 26 Prozent an.

Magen-Darm-Infektionen

Besonders deutlich habe sich dieser Zusammenhang in Fällen gezeigt, in denen die Medikamente zur Behandlung von Magen-Darm-Infektionen eingesetzt wurden, so die Forschenden. Bei den Betroffenen stieg das Risiko noch markanter an.

Trotz dieser Ergebnisse weisen die Autoren darauf hin, dass die Studie zwar einen klaren Trend zeige, aber man mit einer endgültigen Aussage noch warten müsse. Die zugrunde liegenden Daten seien sehr unterschiedlich ausgefallen. Diese Unterschiede werden laut den Forschenden auf verschiedene geografische Einflüsse, variierende Diagnosekriterien und die unterschiedliche Qualität der untersuchten Studien zurückgeführt.

Weitere Untersuchungen nötig

Zwar belegen die Daten eine Assoziation zwischen der Antibiotikaeinnahme und einem späteren Reizdarmsyndrom, doch es seien weitere qualitativ hochwertige Untersuchungen notwendig, um die genaue Kausalität dieser Beziehung final zu klären.

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