Ab 12 Jahren: Spikevax vs. Comirnaty

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Berlin - Seit vergangener Woche ist nun auch der mRNA-Impfstoff von Moderna für die Altersgruppe ab 12 Jahren zugelassen. Eltern können also wählen, ob sie ihren Sprössling mit Spikevax oder Comirnaty impfen lassen wollen. Eine Impfpflicht besteht nicht, die Stiko gibt darüber hinaus auch keine generelle Impfempfehlung. Kinder- und Jugendärzte sehen vor allem die Erwachsenen in der Pflicht.

Erwachsene sollten sich, solange keine Kontraindikationen vorliegen, mit einem der aktuell zugelassenen Vakzine impfen lassen, so die Meinung der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ). „Die Kinder haben eine viel zu lange Zeit der Zurücksetzung hinter sich. […] Kinder und Jugendliche mussten in den letzten Monaten Rücksicht auf uns nehmen und auf so vieles verzichten. […] Für die große Mehrheit unserer Gesellschaft ist die Impfung mittlerweile sicher, schnell und leicht erreichbar. Ich richte einen dringenden Appell an alle Erwachsenen, ihr Impfangebot anzunehmen und sich impfen zu lassen, um unsere Kinder zu schützen“, plädiert Professor Dr. Jörg Dötsch, Präsident der DGKJ.

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Dr. med. Thomas Fischbach geht sogar noch einen Schritt weiter und mahnt die Erwachsenen vor den Folgen des Lockdowns: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Folgen der Lockdown-Maßnahmen für diese Altersgruppe schwerwiegender sind als die Krankheit selbst. Deutlich vermehrt wurden bei Kindern psychische Beeinträchtigungen, Bewegungsmangel und Übergewicht bis hin zu Adipositas sowie Bildungsdefiziten diagnostiziert.“

Kritik an Teilnehmer:innen-Zahl und Nachbeobachtungszeit

Zu den größten Kritikpunkten für skeptische Eltern gehört die geringe Anzahl an Kindern und Jugendlichen, an denen der Impfstoff getestet wurde. Auch die Stiko kritisiert die Studien: „Nach Ansicht der Stiko weisen die in der Zulassungsstudie durchgeführten Sicherheitsanalysen eine zu kurze Nachbeobachtungszeit (bis drei Monate) nach Impfung sowie eine zu geringe Zahl an eingeschlossenen Proband:innen auf“, so das RKI.

In der Zulassungsstudie von Biontech wurde die Sicherheit des Impfstoffs bei 2260 Proband:innen im Alter von 12 bis 15 Jahren untersucht. Die Aufteilung erfolgte etwa 1:1 in Impfstoff- und Placebogruppe. 91 Prozent der Proband:innen klagten über lokale Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle. Somit liegt der Anteil der betroffenen Proband:innen hier höher als bei den Erwachsenen. Des weiteren wurden bei 9 Prozent der Impflinge eine Schwellung und Rötung ausgemacht. Nach drei Tagen waren die Symptome bei den meisten Teilnehmer:innen verschwunden.

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