Zeitdruck, Aufgabenflut, Überstunden

Wenn Arbeit zur Belastung wird

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Berlin -

Arbeitstage in der Apotheke können lang werden. Zahlreiche Apotheker:innen und PTA arbeiten 10 Stunden am Tag. Unterbesetzung, zu viele Rezepturen, technische Ausfälle – Gründe, weshalb der Arbeitstag zur Belastungsprobe werden kann, gibt es viele. Einige sind jedoch vermeidbar. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verweist auf die Bedeutung von Prozessen, Aufgabenverteilung und Kommunikation.

Zum Thema „Gefährdungen durch psychische Belastung“ hat die BAuA aktualisierte Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Nicht nur von Ausgangssubstanzen und patientennahen Dienstleistungen können Gefahren ausgehen, auch die psychische Belastung der Arbeit und ihre möglichen Folgen für die Gesundheit müssen beim Thema Arbeitsschutz berücksichtigt werden. 2013 wurden physische und psychische Arbeitsbelastungen mit einer Novellierung des Arbeitsschutzgesetzes gleichgestellt.

Was übt Druck aus? Wie entsteht Stress?

Laut BAuA hat psychische Belastung am Arbeitsplatz zahlreiche Gründe: Zum einen kann es an der Arbeitsaufgabe an sich liegen. Das beginnt bereits bei der unzureichenden Passung von Arbeitsanforderungen und Qualifikation. Soll eine neu eingestellte PTA, die zuvor nur im Handverkauf gearbeitet hat, auf einmal die Arbeit in der Rezeptur leiten, so entsteht schnell das Gefühl der Überforderung. Dieser Herausforderung kann man sich stellen, dann bedarf es jedoch der geeigneten Unterstützung der Kolleg:innen – Einarbeitung kostet Zeit.

Doch auch die Arbeitsabläufe an sich können, wenn sie schlecht oder gar nicht strukturiert sind, zu Frust führen. Vor allem ein Ungleichgewicht von Arbeitsmenge, Aufgabenkomplexität und Arbeitszeit führe zu unüberwindbarem Stress, informiert die Bundesanstalt. Im Apothekenalltag kommt es nicht selten vor, dass Apotheker:innen und PTA auf mehreren Posten arbeiten. Zwischen Handverkauf, Rezeptkontrolle und Rezeptur bleiben dann Aufgaben liegen – das dauerhafte unvollständige Ausführen unterschiedlicher Tätigkeiten ist für viele Arbeitnehmer:innen unbefriedigend.

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