Welttag der Patientensicherheit

Vier-Augen-Prinzip gegen Medikationsfehler

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Berlin -

Anlässlich des 4. Welttags der Patientensicherheit am 17. September organisiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine breite Palette von Aktivitäten und veranstaltet ein globales virtuelles Event. Zu den Feierlichkeiten gehört unter anderem das Aufleuchten des Jet d’Eau in Genf in oranger Farbe. Aufmerksam gemacht werden soll auf die Tragweite von Medikationsfehlern und deren Vermeidung.

Menschen auf der ganzen Welt werden irgendwann im Leben Medikamente einnehmen, um Krankheiten vorzubeugen oder sie zu behandeln. Werden diese falsch gelagert oder unzureichend überwacht, falsch verschrieben, abgegeben oder verabreicht, kann das ernsthafte Schäden nach sich ziehen.

Eine der Hauptursachen weltweit für vermeidbare Schäden im Gesundheitswesen sind solche Medikationsfehler. Sie treten auf, wenn Behandlungsabläufe schlecht organisiert sind, bei Polymedikationen, wenn der Medikationsplan bei Krankenhauseinweisungen nicht vorliegt oder schlicht bei Übermüdung des Personals aufgrund von Engpässen. Solche Fehler können im schlimmsten Fall zu schweren Schäden, Behinderungen und sogar zum Tod führen.

Pandemie erhöht Risiko für Fehler

Verschärft wurde das Risiko von Medikationsfehlern durch die anhaltende Corona-Pandemie. Angesichts der gravierenden Unterbrechungen bei der Bereitstellung von Gesundheitsdiensten wird die WHO-Kampagne einen besonderen Schwerpunkt auf die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Arzneimittelsicherheit legen. Konkrete Ziele des Welttages zur Patientensicherheit sind klar definiert:

  • SCHÄRFUNG des weltweiten Bewusstseins für die hohe Belastung durch arzneimittelbedingte Schäden aufgrund von Medikationsfehlern und unsicheren Praktiken
  • FÖRDERUNG von Maßnahmen zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit.
  • EINBEZIEHUNG wichtiger Interessengruppen und Partner in die Bemühungen, Medikationsfehler zu vermeiden und medikamentenbedingte Schäden zu reduzieren.
  • STÄRKUNG von Patienten und Familien, sich aktiv an der sicheren Anwendung von Medikamenten zu beteiligen.
  • FORCIERUNG der Umsetzung der WHO Global Patient Safety Challenge: „Medication Without Harm “.

Maßnahmen zur Vermeidung

Um Patient:innen besser vor Medikationsfehlern zu schützen, sollte immer ein Vier-Augen-Prinzip gelten. Dies ist laut Expert:innen vom Aktionsbündnis Patientensicherheit ein probates Mittel, um Fehler zu vermeiden. Die Digitalisierung und Vernetzung der digitalen Infrastruktur können ebenfalls maßgeblich zur Fehlervermeidung beitragen. Hier stehe der Datenschutz im Vordergrund, dürfe aber auch die Prozesse insgesamt nicht derart erschweren, dass der Nutzen ausbliebe.

Insgesamt solle vor allem die Aufmerksamkeit aller Beteiligten gefördert werden. Medikationspläne müssten begleitend beraten werden, Patient:innen und Angehörige sollen ermutigt werden, sich mit offenen Fragen an ärztliches Fachpersonal zu wenden. Ein entsprechendes Infoblatt mit fünf Fragen rund um das verordnete Medikament wird durch das Aktionsbündnis Patientensicherheit zur Verfügung gestellt.

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