Verändertes Verhalten

Schmerzen bei Kindern richtig deuten dpa, 07.08.2018 12:43 Uhr

Bochum - Tut uns etwas weh, beklagen wir das. Wir schreien, weinen oder stöhnen. Kinder aber haben auch ganz andere Wege, mit Schmerz umzugehen. Dr. Philipp Gude, Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie des Katholischen Klinikums Bochum, hat untersucht, wie gut Eltern den Schmerz ihres Kindes einschätzen können. Im Interview erklärt er, woran sie erkennen können, dass ihr Kind leidet. Und warum Schmerzen unbedingt behandelt werden müssen.

Frage: Äußern Kinder Schmerzen wirklich anders als Erwachsene?
Antwort: Manche weinen und schreien, stöhnen oder halten sich das entsprechende Körperteil - so wie Erwachsene. Aber auch leise Kinder können Schmerzen haben, und die werden häufig übersehen oder falsch eingeschätzt.

Frage: Woran erkennen Eltern, dass ihr Kind Schmerzen hat?
Antwort: Kinder, die Schmerzen haben, zeigen zum Beispiel weniger Spieltrieb, sie sind ruhiger, suchen die Nähe ihrer Eltern. Auch wenn Kinder keinen Appetit haben, kann das ein Zeichen für Schmerz sein. Verhaltensänderungen generell sollten hellhörig machen. Eltern sind deshalb an sich sehr gut geeignet, um einzuschätzen, ob ihr Kind Schmerzen hat und wie stark diese sind.

Frage: Es gibt unter Eltern eine gewisse Skepsis gegenüber dem Einsatz von Schmerzmitteln bei ihren Kindern. Zu Recht?
Antwort: Das stimmt. Das zeigen übrigens auch internationale Studien. Viele fürchten sich vor einer möglichen Abhängigkeit und vor Nebenwirkungen. Was aber häufig übersehen wird: Auch der Schmerz selbst hat Folgen. Es bildet sich ein Schmerzgedächtnis.

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