„Charakterlich sind Sie ein Totalschaden!“

Revision mit Eskalation Alexander Müller, 28.06.2018 10:18 Uhr

Berlin - Eine Revision kann ein unangenehmes Erlebnis sein, wenn der Pharmazierat schlecht gelaunt und übertrieben streng ist. Es kann aber auch kollegial und lustig zugehen. So jedenfalls hatte Apotheker Christoph Dahlem aus dem saarländischen St. Ingbert die Revision empfunden. Die Pharmazierätin ganz offensichtlich nicht. Sie beschwerte sich über Dahlem, die Apothekerkammer verhängte ein Ordnungsgeld von 2000 Euro. Der Apotheker fühlt sich ungerecht behandelt und will es auf eine gerichtliche Klärung ankommen lassen.

Mit dem Humor ist das so eine Sache – nicht jeder lacht über dieselben Witze. Mit ironischen Bemerkungen ist es noch heikler, weil man sich nie sicher sein kann, ob die Gegenseite das verbale Augenzwinkern verstanden hat. Das gilt besonders in amtlichen Situationen. Deshalb erspart man sich bei der Sicherheitskontrolle in einem US-Flughafen lieber den Witz mit der Bombe im Koffer.

Besonders explosiv kam Dahlem die Stimmung bei seiner Revision nicht vor, im Gegenteil. Nach seiner Wahrnehmung hat sich die Begrüßung in seiner Rohrbach-Apotheke im August 2017 so zugetragen: Die Pharmazierätin, eine Kollegin aus Saarlouis, war sehr pünktlich gekommen, er begrüßte sie mit den Worten: „Das fängt ja gut an.“ Und als sie darauf locker reagierte, schlug er vor, nichts zu reden, direkt anzufangen und dann wieder nach Hause zu gehen. Sie hat den Spaß nach seiner Darstellung aufgenommen und zurückgegeben, sie sei eine Frau, sie müsse viel reden. In diesem Ton, den Dahlem als unbeschwert beschreibt, sei es weitergegangen.

Die Pharmazierätin fühlte sich dagegen von diesem und weiteren Sprüchen des Inhabers angegriffen, teilweise beleidigt. „Setzen Sie sich, halten Sie den Mund, beginnen Sie zu arbeiten und dann gehen Sie wieder“, so ihre Darstellung der Begrüßungsszene. Es gibt in den Versionen der Beteiligten mehrere solcher Beispiele, bei denen man sich gut vorstellen kann, dass die Aussage so oder so gemeint gewesen sein könnte. Es kommt tatsächlich auf Tonfall und Kontext an – ob es nun um politische Themen, Umgangsformen oder auch nur Frisuren ging.

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