Pflegestärkungsgesetz

Pflegebedürftige: Automatisch neu bewertet dpa, 28.10.2016 10:09 Uhr

Berlin - Pflegebedürftige werden zum 1. Januar automatisch in das neue Bewertungssystem nach Pflegegraden übernommen. Man müsse nicht selbst aktiv werden und etwa einen Neuantrag stellen, erläuterte der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), Peter Pick. Grundsätzlich werde kein Pflegebedürftiger, der schon nach dem bisherigen System Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalte, nach der Umstellung im neuen Jahr von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade schlechter gestellt.

2017 tritt die zweite Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II in Kraft. Kern ist „ein ganz neues Begutachtungsverfahren für Pflegebedürftige und auch ein neues System der Einstufung der Pflegebedürftigkeit. Künftige geht es nicht mehr nur um minutengenau dokumentierte Unterstützung bei Körperpflege, Mobilität und Ernährung – beim Aufstehen, beim Anziehen oder beim Essen“, erläuterte Pick.

Maßstab für die Eingruppierung sei die Frage der Selbstständigkeit beziehungsweise der Unselbstständigkeit des Pflegebedürftigen. Mit der wesentlich differenzierteren Begutachtung werde gewährleistet, dass Demenzkranke, die in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind, voll in den Leistungskatalog einbezogen werden können, sagte Pick.

Die Menschen, die heute bereits pflegebedürftig sind, werden bei der Umstellung grundsätzlich ein bis zwei Pflegegrade höher eingruppiert und erhalten entsprechend mehr Leistungen als in der jeweiligen Pflegestufe.
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