#AccutaneGlowUp

Akne-Mittel: Engpass wegen TikTok-Trend?

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Berlin -

Akne-Patient:innen können derzeit nicht mit oralem Isotretinoin versorgt werden. Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind zahlreiche Lieferengpässe gemeldet – einige werden voraussichtlich bis Jahresende andauern. Als Grund wird eine erhöhte Nachfrage genannt, die möglicherweise auf einen TikTok-Trend zurückgeführt werden kann. 

In den Sozialen Medien kursieren immer wieder Trends rund um Beauty und Gesundheit – zum Teil mit schwerwiegenden Folgen. Vor einigen Jahren gab es einen Engpass bei Kohletabletten, weil DIY-Masken aus Aktivkohle und Alleskleber gehypt wurden. Auch im aktuellen Trend geht es um unreine Haut. Empfohlen wird ein Isotretinoin-Microdosing, das außerdem die Nase „schrumpfen“ lassen soll – Model Kendall Jenner hatte die Gerüchte um eine Nasen-OP mit einer Aknebehandlung mit Accutane (Isotretinoin) dementiert.

Bei TikTok gibt es zahlreiche Vorher-Nachher-Posts zum Isotretinoin-Microdosing – 5 mg bis 20 mg werden nicht täglich, sondern nur an einigen Tagen der Woche eingenommen. Das Ziel: Die Talgproduktion reduzieren, das Hautbild verfeinern und für einen „Glow“ sorgen.

Hautärzt:innen warnen vor dem Trend. Dass Isotretinoin eine schnelle Wunderlösung für schöne Haut sei, greife zu kurz. Zudem handele es sich weder um ein Kosmetikprodukt und noch um einen Lifestyle-Trend, sondern um ein Arzneimittel, das nur auf ärztliche Verordnung erhältlich ist.

Isotretinoin zählt zu den Retinoiden. Das Stereoisomer von Tretinoin wird zur Aknebehandlung eingesetzt – sowohl oral als auch lokal. Der Arzneistoff verursacht eine Verkleinerung der Talgdrüsen, deren verminderte Differenzierung sowie eine verminderte Talgproduktion. Isotretinoin führt zu einer Hyperkeratinisierung und Abschilferung der Keratinozyten. Die Sebozyten-Proliferation wird gemindert und damit auch die bakterielle Besiedlung mit dem Aknebakterium. Außerdem werden Isotretinoin entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.

Mittel der ersten Wahl ist das Retinoid nicht, denn der Arzneistoff ist teratogen und in der Schwangerschaft kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter sollten nur mit Isotretinoin behandelt werden, wenn sie das Schwangerschaftsverhütungsprogramm befolgen.

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