Mohren-Apotheken: Staatsschutz ermittelt

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Berlin - Im Fall der beiden Mohren-Apotheken in Kassel und Kiel hat sich der Staatsschutz eingeschaltet. Unbekannte hatten in der Nacht zu Donnerstag das M im Namensschild der Kasseler Mohrenapotheke überklebt. Deshalb ermittelt nun die Abteilung 5 des Hessischen Landeskriminalamts (LKA). In Kiel wiederum liegen die Ermittlungen nicht beim LKA, sondern bei der Staatsschutzabteilung der örtlichen Kriminalpolizei.

Im Zusammenhang mit der Rassismus-Debatte um den Apothekennamen handele es sich dabei offensichtlich um eine politisch motivierte Straftat, so eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Nordhessen am Donnerstag. Deshalb hat die Abteilung des Hessischen LKA übernommen, die für die Aufgaben des Polizeilichen Staatsschutzes zuständig ist, also den Phänomenbereich der politisch motivierten Kriminalität (PMK), aufgeteilt auf die Abteilungen „links“, „rechts“ und „Ausländer“. Der Sachschaden beträgt nach Polizeiangaben 500 Euro.

Die Apotheke hatte am Donnerstag Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung eingereicht. Die Apotheke steht seit mehreren Wochen wegen ihres Namens in der Diskussion. Kritiker werfen ihr vor, der Name sei diskriminierend gegenüber dunkelhäutigen Menschen, Inhaberin Christina Hartmann weist die Vorwürfe zurück. Anti-Rassismus-Aktivistin Ruth Hunstock hatte gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Petition gestartet, um die Inhaberin zu einer Umbenennung ihrer Apotheke zu bewegen, bisher ohne Erfolg.

Hunstock wiederum hat nach eigenen Angaben keinerlei Verbindungen zur Sachbeschädigung. „Nicht in unserem Namen!“, erklärte sie am Donnerstag. „Wir heißen das nicht gut und distanzieren uns ausdrücklich davon. Mit Vandalismus oder Sachbeschädigung wollen wir absolut nichts zu tun haben.“ Die Aktion sei kontraproduktiv und schade ihrem Anliegen, so Hunstock. „Unser Ansatz ist eindeutig ein ganz anderer: Wir wollen auf dem Weg der Sensibilisierung Verständnis schaffen und mit Argumenten überzeugen.“ Apothekeninhaberin Hartmann wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Zwischenfall äußern. Sie betonte zuletzt bereits, dass sie zu der Debatte nicht mehr öffentlich Stellung beziehen möchte.

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