Bonn: Mohren-Apotheke benennt sich fürs ZDF um

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Berlin - Aktivistin Ruth Hunstock kämpft immer noch dafür, dass Mohren-Apotheken in Deutschland ihren Namen ändern. Auch mithilfe des ZDF hat sie nun einen weiteren Erfolg eingefahren – zumindest halb: Denn Inhaber Ruediger Hartong hatte sich ohnehin entschieden, seinen Betrieb umzubenennen, wollte das allerdings nicht mitten im Corona-Trubel tun. Doch dann ergab sich die Gelegenheit: Das ZDF suchte jemanden wie ihn.

Dass sich das ZDF mit der Umbenennung von Apotheken beschäftigt, dürfte so noch nicht vorgekommen sein. Doch das Format „Terra Xpress“ widmet sich demnächst dem Thema Alltagsrassismus und hat sich deshalb an Aktivistin Hunstock gewendet. „Das ZDF hat mich wegen meiner Petition für die Umbenennung der Mohren-Apotheke in Kassel angerufen. Da war ich natürlich direkt dabei!“, erzählt sie. Doch eine Umbenennung ist in Kassel nicht absehbar, deshalb begab sich die vom ZDF beauftragte Medienagentur auf die Suche – und landete letztlich bei der Apothekerkammer Nordrhein mit der Frage, ob man dort nicht eine Mohren-Apotheke kenne, die ihren Namen ändern will.

Und tatsächlich: Dort war bekannt, dass Hartong mit dem Namen seines Betriebes nicht mehr allzu glücklich ist und ihn umbenennen will. Ausgesucht hat er ihn sich nicht, die Apotheke ist ein Familienbetrieb: Einst führte ihn sein Großvater, nach dessen Tod verpachtete seine Großmutter die Apotheke, bis er sie 2003 übernahm. An der Apotheke hängt er also aus absolut nachvollziehbaren Gründen schon immer – an deren Namen eher weniger. „Ich fand den Namen eigentlich von Anfang an eher uncool, er ist halt ziemlich traditionell“, erzählt er. Er habe ihn damals noch nicht ändern wollen, wirklich warm geworden sei er mit dem Begriff dennoch nicht. „2014 sind wir umgezogen, da dachte ich, es wäre eine gute Gelegenheit, den Namen zu ändern“, erzählt er. „Das habe ich dann aber doch nicht gemacht, weil wir den Kunden zeigen wollten, dass wir nur umgezogen sind und es keine Neugründung ist.“

Doch das Thema ließ ihn nicht los. Ende 2019 wollte er den ersten Schritt gehen und zumindest das Logo – einen stilisierten Schwarzen – ändern. „Das hat sich dann aber Monate hingezogen, wir haben drei verschiedene Grafikdesigner damit beauftragt“, erzählt er. Auch damals habe er schon den Zusatz „am KAP“ an den Apothekennanmen angehängt. „KAP“ ist die Abkürzung für Konrad-Adenauer-Platz. „Und dann kam Black Lives Matter.“

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