Inhaberin erkrankt an Covid-19 – und teilt es auf Instagram

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Berlin - Die Sorge vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 treibt viele Apotheker um, vor allem viele Inhaber. Was wird aus mir, meiner Familie, meinem Team, meiner Apotheke? Wie kann ich mich auf den Ernstfall vorbereiten und womit muss ich rechnen? Inhaberin Daniela Naumburger aus Stuttgart hat den Ernstfall durch und es geschafft, ihren Familienbetrieb geöffnet zu halten. Ihr Krankheitsverlauf zeigt, wie unberechenbar Covid-19 ist.

Vor knapp vier Wochen fing alles ganz unscheinbar an – so unscheinbar, dass die Pharmazeutin selbst nicht darauf kam, dass sie sich das Virus eingefangen haben könnte. „Ich hatte Ende der Woche ein leichtes Kratzen im Hals und meine Nase hat gekribbelt“, erzählt Naumburger. Mit ein bisschen medikamentöser Nachhilfe verflogen die Symptome jedoch sehr schnell wieder, noch vor dem Wochenende schien sie genesen. „Aber vier Tage später wachte ich morgens mit starker Übelkeit auf. Normalerweise verfliegt sowas schnell im Laufe des Vormittags wieder, diesmal war es aber anders.“ Denn statt zu verfliegen, verschlimmerten sich die Symptome. Dass sie auch da noch nicht an Covid-19 dachte – wer kann es ihr nicht nachsehen? Husten, Fieber, Schnupfen, Geruchs- und Geschmacksstörungen: das sind die Hauptsymptome, auf die man laut Robert-Koch-Institut achten sollte. In der zweiten Reihe folgen unter anderem Kurzatmigkeit, Atemnot, Hals- sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Nichts davon hatte sie und Übelkeit allein ist wahrlich zu unspezifisch, um gleich vom Schlimmsten auszugehen.

Also schonte sich Naumburger erst einmal – so gut es eben ging. „Ich wäre schon am Montag am liebsten zu Hause geblieben, aber ich bin die einzige Apothekerin bei uns, also habe ich mich zur Arbeit gequält, mich aber allein ins Notdienstzimmer gelegt und vorsichtshalber darauf geachtet, so wenig wie möglich mit dem Team in Kontakt zu kommen. Die meisten Sachen haben wir telefonisch erledigt und abends habe ich dann immer gewartet, bis alle raus sind, damit ich auch niemandem begegne.“ Das sollte sich womöglich noch als weise Entscheidung herausstellen. Erst einmal ging es aber weiter bergab. „Es war ausschließlich Übelkeit, aber die wurde immer schlimmer. Ich konnte kaum noch etwas machen, lag nur noch auf dem Sofa. Jeden Tag quälte ich mich zur Arbeit und war abends froh, dass der Tag vorbei war.“

An Covid-19 dachte sie da allerdings immer noch nicht – sie hatte ja schließlich auch keinerlei typische Symptome. Ihre Kinder brachten sie dann dazu, sich doch testen zu lassen. Zwei Söhne arbeiten mit in ihrer Nordbahnhof Apotheke, einer als PTA, der andere im Marketing. „Als sie mich fragten, ob es vielleicht sein könnte, dass ich Corona habe, meinte ich noch ‚Nein, ich doch nicht!‘“, erinnert sich die 52-Jährige. „Man will es in dem Moment auch einfach nicht wahrhaben.“

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