Westafrika

Apotheker helfen beim Kampf gegen Ebola

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Berlin -

In Westafrika kämpfen Apotheker und Ärzte gegen die Ebola-Epidemie. Die Internationale Pharmazeutische Vereinigung (FIP) berichtet, dass Apotheken in Liberia von Menschen, die Medikamente kaufen wollten, regelrecht überrannt würden. Viele weigerten sich, im Krankheitsfall in Kliniken zu gehen, weil sich dort mehrere Ärzte und Pfleger mit Ebola angesteckt hätten.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (ÄoG) ist die Situation in Monrovia, der Hauptstadt von Liberia, katastrophal. Es gebe Berichte, dass sich in den vergangenen Wochen mindestens 40 Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen mit Ebola infiziert hätten. Die meisten Krankenhäuser der Stadt seien geschlossen. Unterdessen wendet sich die liberianische Gesundheitsbehörde in einer Aufklärungskampagne an die Apotheker.

Auch die Pharmazeutische Gesellschaft in Ghana fordert Apotheker auf, bei Kunden auf Ebola-Symptome zu achten. In Sierra Leone hat das Gesundheitsministerium zusammen mit der Pharmazeutischen Gesellschaft des Landes Trainingsprogramme für Apotheker erstellt, die auf den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO basieren und ebenfalls über Symptome der Krankheit und Umgang mit den Patienten aufklären sollen. Die FIP berichtet aber auch, dass einige Apotheken angesichts der Epidemie schließen würden.

Die Pharmazeutische Gesellschaft von Sierra Leone ist bemüht, Patienten und Apotheker über Präventionsmaßnahmen aufzuklären. Apotheker sollten Patienten mit einer möglichen Ebola-Infektion schnell an Kliniken überweisen. Um Ansteckungen zu verhindern, informieren öffentliche Kampagnen über den richtigen Gebrauch von Desinfektionsmitteln. So würden viele Menschen chlorhaltige Produkte zum Waschen der Hände zu stark oder zu wenig verdünnen, sagte ein Sprecher der Pharmazeutischen Gesellschaft in Sierra Leone.

Auch die ÄoG-Notfallsteams kämpfen gegen eine weitere Ausbreitung der Epidemie. Derzeit sind in Guinea, Sierra Leone und Liberia knapp 680 Mitarbeiter der Organisation im Einsatz. Die Personalkapazitäten seien jedoch weitgehend ausgeschöpft, teilte ÄoG mit. Es sei dringend notwendig, dass die WHO, die Gesundheitsbehörden und andere Hilfsorganisationen ihre Aktivitäten aufstocken würden.

In Guinea betreibt ÄoG zwei Ebola-Behandlungszentren in der Hauptstadt Conakry und Guéckédou. Nach einem leichten Rückgang neuer Verdachtsfälle habe es in den vergangenen Wochen wieder eine Zunahme bei den Neuinfektionen und Todesfällen in Guinea gegeben, teilte die Organisation mit.

Den Angaben zufolge wurden in den beiden Städten insgesamt fast 600 Patienten in ÄoG-Behandlungszentren gebracht. Bei knapp 300 Patienten bestätigte sich der Ebola-Verdacht. 110 Menschen haben die Krankheit überstanden und wurden entlassen.

Auch in Sierra Leone gibt es solche Zentren, in denen bislang rund 260 Patienten versorgt wurden. In Liberia unterstützt ÄoG ein Behandlungszentrum des Gesundheitsministeriums in Monrovia und hat mit der Errichtung eines weiteren Zentrums begonnen.

Laut FIP ist in Sierra Leone bereits ein Apotheker an Ebola gestorben. Die Pharmazeutische Gesellschaft in Sierra Leone hatte gemeldet, der Apotheker habe in Kenema gearbeitet, einem der Epizentren der Epidemie. Dem Bericht zufolge könnte es aber auch mehr Opfer in dieser Berufsgruppe geben. Ein Apotheker sagte der Organisation, auch vier PTA seien der Krankheit zum Opfer gefallen.

Insgesamt haben die von Ebola betroffenen Länder Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria inzwischen mehr als 1800 bestätigte und Verdachtsfälle an die WHO gemeldet. Mehr als 1000 Menschen starben.

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