Laufen für den guten Zweck

Grünes Schweißband statt weißer Kittel

, Uhr
Berlin -

Die Mitarbeiter der Marien Apotheke in Bernkastel-Kues tauschten ihre Kittel gegen Sportkleidung und Schweißband. Apotheker Michael Stöck und sein Team unterstützten den Benefizlauf für Louisa Karg, deren Familie zur Stammkundschaft der Apotheke gehört. Das Mädchen wurde aus bisher unerklärlichen Gründen plötzlich schwer krank. Neben den persönlichen Gründen stand auch die Teambildung im Vordergrund.

Erkennungszeichen des Apothekenteams war das leuchtend grüne Schweißband. „Passend zu den Linda-Farben“, erklärt Stöck. Die Marien Apotheke nahm mit 21 Leuten am Benefizlauf teil. Einige der Mitarbeiter sind sogar mit ihren Kindern oder gleich der ganzen Familie an den Start gegangen. Es sei wie eine Art Familienausflug gewesen. Der Entschluss zur Teilnahme fiel nicht schwer: „Wir kennen die Familie persönlich“, erklärt der Apotheker.

Stöck selbst ist im Ort groß geworden und mit Louisas Vater aufgewachsen. Bereits in der siebten Generation ist er nun Apotheker und leitet neben der Marien Apotheke auch die Adler-Apotheke in Bernkastel-Kues. „Wir sind hier alle sehr verwachsen. Jeder kennt jeden.“ Die Teilnahme am Benefizlauf sei deshalb für das Team kein großer Aufwand gewesen. Da die Adler-Apotheke Notdienst hatte, konnte Stöck, der selbst eher Mountainbike-Fahrer ist, nicht mitlaufen: Er hielt in der Apotheke die Stellung und drückte die Daumen für seine Mitarbeiter.

„Wir haben keine klassischen Ausdauerläufer unter uns“, sagt Stöck lachend. Daher hat sich das Team für die kürzeste Strecke mit einer Länge von fünf Kilometern entschieden. Da es keine Zeitmessung gab, konnte jeder die Distanz in seinem eigenen Tempo zurücklegen. Viele seien die Strecke mit ihren Kindern gewalkt. Eine intensive Vorbereitung mit gemeinsamen Trainingseinheiten sei zeitlich leider nicht möglich gewesen. Daher bereitete sich jeder selbst für den Lauf vor: PTA Rosi Göhl absolvierte im Vorfeld sogar ein wochenlanges Training, um ihren ersten Fünf-Kilometer-Lauf zu meistern. Auch aus weiter Ferne gab es Unterstützung: Die frisch gebackene PTA Celina Klas absolvierte den Lauf solidarisch und zeitgleich am Strand von Ägypten im wohlverdienten Urlaub.

Bereits zum Welt-Kinderkrebstag hatte die Marien Apotheke sich eingesetzt. Für jeden Euro den Kunden spendeten, packte die Apotheke einen Euro obendrauf. So konnte ein Scheck von insgesamt 1000 Euro an den Verein schwerstkranker Kinder Hunsrück überreicht werden. „Kinder können am wenigsten etwas für sich selbst tun.“ Daher sind Stöck und sein Team immer offen für solche Aktionen und unterstützen diese gern gemeinsam.

Auch das Team selbst profitiere von solchen Aktionen: Alle Veranstaltungen, die nicht im pharmazeutischen Rahmen stattfänden, würden zusätzlich die Teambildung fördern. „Man lernt sich auch persönlich besser kennen und merkt, dass man gleiche Ziele hat“, erklärt Stöck. Eines dieser Ziele sei es, gemeinsam anderen helfen zu können. Das Team der Marien Apotheke ist schon viele Jahre eingespielt: Einige der Angestellten arbeiteten bereits unter Stöck's Großvater. Viele gehörten mittlerweile 25 oder 30 Jahre zum Team. „Die kennen mich schon als Kind“, lacht Stöck.

Louisa Karg hatte sich bis zu ihrem zweiten Lebensjahr normal entwickelt. Im August 2016 hörte sie auf zu laufen und krabbeln. Der Zustand verschlechterte sich weiter: Seit Juli 2017 kann Louisa nicht mehr sprechen. Mittlerweile hat sie den Pflegegrad 5. Durch hochdosiertes Kortison und weitere Medikamente kann Louisa seit Anfang 2018 wieder kauen und schlucken. Im vergangenen Jahr konnte sie die hundegestützte Therapie „DogTher“ in Brauneberg kennenlernen. Spastiken und andere Symptome verbesserten sich deutlich. Da Louisa immer noch keine Diagnose hat, gibt es keinen Kostenträger, der die Kosten der Therapie übernimmt. Der Erlös des Benefizlaufes soll daher unter anderem in diese Anwendungen fließen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Mehr aus Ressort
Gefahr durch Zecken
FSME: 2 neue Risikogebiete

APOTHEKE ADHOC Debatte