Kriminalität

Gesucht: Der älteste Apothekeneinbrecher Deutschlands

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Berlin -

Schon im Mai wurde in einer Apotheke im brandenburgischen Lübben eingebrochen. Jetzt hat die Polizei einen neuen Fahndungsaufruf mit Foto veröffentlicht. Der Täter ist bereits deutlich in die Jahre gekommen.

Auf den Schwarz-Weiß-Fotos sieht er so aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Doch der weißhaarige Herr mit Mantel, Schiebermütze und Brille schickt sich gerade an, eine Apotheke im Spreewald auszurauben. Im Netz wird bereits gespottet: „Rezept vergessen? Kopfschmerzen? Medikamente zu teuer? SO sehen Menschen aus, die in Lübben in Apotheken einbrechen.“

Die Tat ereignete sich laut Zeitstempel der Überwachungskamera am 25. Mai zwischen 2:20 und 3:08 Uhr. Doch die Polizei habe trotz einer aufwendigen Rundumermittlung bis heute den Einbrecher nicht ermitteln können, sagt eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd. „Die Staatsanwaltschaft hat geprüft, ob alle Fahndungsmittel ausgeschöpft sind und dann beim Amtsgericht Cottbus die Veröffentlichung der Täterbilder erwirkt.“

Auch Apotheker Ralf Carmesin ist dringend daran interessiert, dass der Mann endlich gefunden wird. „Er drang über die Vordertür in die Apotheke ein“, konnte der Inhaber der Apotheke am Hain rekonstruieren. „In der Kasse fand er den Ersatzschlüssel für den Geldtresor und stahl 10.000 Euro. BtM sind nicht abhanden gekommen.“

Die Bilder hätten gezeigt, dass der Täter sehr professionell, ruhig und zielstrebig vorgegangen sei, berichtet Carmesin. „Er muss über eine Ortskenntnis verfügt haben.“ Doch als Kunde sei er nicht bekannt. „Anfang 2018 haben wir hier aufwendig umgebaut, da waren verschiedene Gewerke zugange. Vielleicht ist etwas über die Handwerker weitergetragen worden.“

Er habe die Apotheke 1995 gegründet. „Bisher hatte ich noch nie größere Vorkommnisse, da wird man vielleicht auch etwas nachlässig“, sagt Carmesin. „Jetzt habe ich aufgerüstet und die Sicherungsvorkehrungen mit Tür, Gitter und Alarmanlage modernisieren lassen.“ Er hoffe, dass der Fahndungsaufruf mit Foto zur Ergreifung des Täters führe. „Ich würde ihn schon gerne mal fragen, warum er das gemacht hat“, bekundet Carmesin. „In den Betriebsräumen verbringt man ja einen großen Teil des Tages. Man hat das Gefühl, dass da auch in unsere Intimsphäre eingedrungen worden ist.“

Die Polizei fragt: „Wer kennt diesen Mann und kann Hinweise zu seinem derzeitigen Aufenthaltsort geben?“ Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen unter der Rufnummer 03375-2700 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Auch das Kontaktformular auf der Seite der Polizeidirektion Brandenburg kann für Hinweise genutzt werden.

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