Apotheker sollen „agieren statt reagieren“

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Höferlin stellte bereits einigen Apothekern seine Ideen vor. Das Feedback war durchwachsen: „In der Stadt spielt der Ärztemangel eine untergeordnete Rolle. Die Apotheker auf dem Land hingegen sehen das Potenzial“. Ähnlich seien die Erfahrungen in den Gesprächen mit den Gemeindevertretern gewesen: „Viele Bürgermeister sehen oftmals das Problem, zögern aber, dem zu begegnen. Dabei ist die Infrastruktur doch das, was eine Kommune am Leben hält“.

Von den Apothekerverbänden wünscht sich Höferlin ein selbstbewussteres Auftreten. „Im Gegensatz zu den Ärzten haben die Apotheker eine schlechte Lobby. Jeder kennt den Präsidenten der Ärztekammer, aber wer kann schon den Namen des ABDA-Präsidenten nennen?“ Dadurch seien die Probleme der Apotheker im Bewusstsein der Politiker nicht präsent genug. Zudem sei der Berufsstand nicht offen genug. „Die Pharmazierat kam gleich mit Bedenken wegen Persönlichkeitsrechten, als ich meine Ideen vorstellte“, seufzt Höferlin.

Der Architekt machte bei den Apothekern ein gewisses Phlegma aus: „Sie warten oft, dass etwas passiert. Dabei werden nur die erfolgreich sein, die agieren anstatt zu reagieren“, macht Höferlin. Auch wenn die Arbeit mit Apothekern manchmal frustrierend sei, seien ihm die Pharmazeuten ans Herz gewachsen. „Das sind sehr treue Menschen. Habe ich sie einmal von meiner Arbeit überzeugt, werde ich sie nicht mehr los“, lacht der Architekt. Er hofft, dass dies mit seinen Telemedizin-Plänen für die Apotheke ähnlich laufen wird. Denn: „Das große Plus gegen das Internet sind das Vertrauensverhältnis zum Kunden und die Beratung. Daher muss man alles tun, das den Kunden so komfortabel wie möglich anzubieten.“

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