Berlin -

Was für schöne Bräuche es zu Pfingsten gibt. Bäume werden aufgestellt, Feuer entfacht. Kühe werden festlich geschmückt und auf Alm oder Weide geschickt. Früher wurde auch noch ein Ochse geschlachtet. Aber das gibt es heute nicht mehr. Dafür hat man ja die Apotheker.

Was hatte sich die Welt am Sonntag (WamS) für Mühe gegeben, um die Story richtig gut zu verkaufen. „Abzocke“ stand da in großen Lettern, der Anfangsbuchstabe der Headline in Warnfarbe als rotes Apotheken-A. Die krawallige Aufmachung war zwingend notwendig, denn die Geschichte hatte ansonsten nicht viel zu bieten: Da gibt es doch tatsächlich Betrüger unter den Apothekern und Staatsanwälte, die gleich mehrfach in Deutschland gegen solche schwarzen Schafe ermitteln.

Enthüllungsprofessor Glaeske war auch dabei – man findet ihn gleich unter A wie Apothekentest/Apothekenskandal im „Kleinen Handbuch für Entrüstungsreporter“. Noch am Dienstag geisterte die Geschichte durch die Republik, selbst die ansonsten leiderprobte ABDA sah sich veranlasst, eine kurze Notiz zu der Sache herauszugeben.

Dabei relativierte ausgerechnet der Kronzeuge die Vorwürfe umgehend: Laut Oberstaatsanwalt Alexander Badle gibt es nur wenige sündige Apotheker, die dafür aber schnell teuer für die Allgemeinheit werden können. Hatte Glaeske also doch recht: Rezepte sind die letzten Schecks in Deutschland und damit die Lizenz zum Gelddrucken – oder irgendwie so ähnlich.

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