Probleme bei der Auslieferung

Zweitägiger Streik bei Phoenix

, Uhr
Berlin -

Im Großhandel laufen derzeit wieder Tarifverhandlungen – verbunden mit ersten Streiks. Phoenix in Leipzig trifft es gerade besonders hart: Die Niederlassung wird seit gestern gleich zwei Tage lang bestreikt. Hinzu kommt ein technischer Ausfall, sodass es Probleme bei der Auslieferung gibt.

Die Gewerkschaft Verdi hatte für Donnerstag und Freitag jeweils ab 6 Uhr die Beschäftigten von Phoenix in Leipzig zum Warnstreik aufgerufen. Hintergrund ist das Scheitern der dritten Tarifverhandlung im Groß- und Außenhandel und genossenschaftlichen Groß- und Außenhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Gespräche endeten am 30. Juni in Dresden laut Verdi erneut enttäuschend für die Beschäftigten und ihre Tarifkommission. Die Arbeitgeber hatten demnach kein verbessertes Angebot im Gepäck.

Ihr Vorschlag lautet:

  • 1,8 Prozent mehr in diesem Jahr nach dem Monat des Abschlusses
  • 1,6 Prozent mehr ab dem 1. Mai 2027
  • Azubis mit entsprechender Anpassung zum jeweiligen Ausbildungsjahreswechsel
  • 24 Monate Laufzeit

Dieses Angebot bedeutet laut Verdi bei einer prognostizierten Inflationsrate von derzeit 2,9 Prozent einen Reallohnverlust und wurde als völlig unzureichend zurückgewiesen.

„Steigende Kosten bei Energie, Miete, Lebensmitteln und Sprit sorgen für immer höhere Belastungen bei den Beschäftigten. Sie berichten von Existenzängsten, sowohl jetzt als auch mit Blick auf drohende Altersarmut. Eine deutliche Erhöhung der Löhne und Gehälter ist dringend notwendig, ein Reallohnverlust ist nicht hinnehmbar“, sagt Fachsekretärin Sylke Hustan.

Die Tarifkommission von Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent, mindestens 220 Euro pro Monat, eine Erhöhung der Vergütung für Auszubildende um 150 Euro je Ausbildungsjahr und eine Laufzeit von 12 Monaten. Die nächste Verhandlung findet am 27. Juli statt.

Verdi-Streik vor Phoenix-Niederlassung
Zum Streik am Donnerstag und Freitag kamen noch technische Probleme hinzu.Foto: Verdi

Herausforderungen bei Auslieferung

Bei Phoenix kam es gestern zu Problemen bei der Bearbeitung der Aufträge. Die Lieferbeeinträchtigungen standen laut einer Sprecherin jedoch nicht im Zusammenhang mit der aktuellen Streiksituation: „Die gestrigen Verzögerungen bei der Belieferung der Apotheken resultierten aus einer technischen Störung, die kurzfristig behoben werden konnte. Die Kunden wurden umgehend informiert. Heute läuft die Belieferung normal und störungsfrei.“

Niederlassungsleiterin Dörte Braun: „Die Versorgung unserer Kunden hat für uns höchste Priorität. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Lieferfähigkeit sicherzustellen und mögliche Auswirkungen für Apotheken so gering wie möglich zu halten.“

Guter Journalismus ist unbezahlbar.
Jetzt bei APOTHEKE ADHOC plus anmelden, für 0 Euro.
Melden Sie sich kostenfrei an und
lesen Sie weiter.
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Großhändler expandiert
Phoenix: Neubau in Neuhausen