Auch aus operativer Sicht seien die Pläne von Amazon eine Herausforderung: Der Konzern müsse sein Bestellwesen so programmieren, dass Aufträge automatisch an die Partnerapotheke weitergeleitet würden. Das sei nicht nur rechtlich, sondern auch technisch schwierig.

Die Apotheke wiederum müsste über eine professionelle Logistik verfügen, um die zu erwartenden Kundenströme bewältigen zu können. Selbst wenn die Aufträge – was ebenfalls rechtlich zweifelhaft sei – direkt von einem Großhändler vorkonfektioniert würden, müsse man mit einer Bearbeitungszeit von einer Dreiviertelstunde rechnen. Inklusive Abholung und Übergabe sei eine Lieferung unter drei Stunden nicht drin.

Fabian Kaske, Geschäftsführer der Pharma-Marketingagentur Dr. Kaske, geht davon aus, dass „Prime Now“ zunächst vor allem als Imagemaßnahme gedacht sei: Dass über das Konzept schnell große Umsätze gefahren werden, glaubt er nicht. Für den Konzern gehe es darum, als Plattform für Apothekenprodukte wahrgenommen zu werden. „Der Kunde, der bei Amazon kauft, ist ein Amazon-Kunde – egal, welcher Händler dahinter steht.“

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