Berlin -

Die Finanzbranche hat zum Sturm auf den Apothekenmarkt geblasen. Das Interesse an den Aktien von Zur Rose ist so groß, dass die Preisspanne eingegrenzt und der Börsengang um einen Tag vorgezogen wurde.

Vor einer Woche hatte Zur Rose die Details für den Börsengang bekannt gegeben. 1,67 Millionen Aktien sollen neu ausgegeben werden, dadurch verwässert sich der Anteil der bisherigen Aktionäre auf 72 Prozent. Ursprünglich lag der Korridor für den Ausgabepreis bei 120 bis 140 Schweizer Franken, wegen der starken Nachfrage einer großen Zahl wurde die Preisspanne jetzt auf 135 bis 140 Franken eingegrenzt. Außerdem wurde die Vorbereitungszeit um einen Tag auf den 4. Juli verkürzt. Voraussichtlich ab 6. Juli werden die Aktien an der SIX Swiss Exchange (SIX) gehandelt.

Damit geht der Börsengang in Rekordzeit über die Bühne: Erst am 19. Juni hatten die Aktionäre im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung den Weg freigemacht. Sie hatten sogar einer Verwässerung ihrer Anteile auf 50 Prozent zugestimmt, die nun zu drei Vierteln ausgeschöpft wurde.

Damit zeichnet sich ab, dass Zur Rose mit dem Börsengang rund 230 Millionen Franken vor und 200 Millionen Franken nach Abzug der Kosten an frischem Kapital einwerben wird. Insgesamt wird die DocMorris-Mutter mit rund 870 Millionen Franken bewertet. Das entspricht ungefähr dem Umsatz der Gruppe im vergangenen Jahr (880 Millionen Franken) und dem 400-Fachen des operativen Ergebnisses (EBITDA). Legt man den Ertrag von 2015 zugrunde, kommt man auf Multiple von knapp 60.

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