In der Vor-Ort-Apotheke hat sich der Absatz mit OTC-Arzneimittel im vergangenen Jahr rückläufig entwickelt. Mehr Packungen mit verschreibungsfreien Produkten aus der Apotheke wurden dagegen im Versand verkauft. Der Kanal wuchs um 2 Prozent, wie der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in seinen „OTC-Daten 2026“ mitteilt.
Der Markt für OTC-Arzneimittel nimmt laut BPI einen enorm wichtigen Stellenwert in der Apotheke ein: Mehr als jede zweite Arzneimittelpackung, die in Apotheken verkauft wird, ist laut BPI verschreibungsfrei. Zuwächse habe es in 2025 bei Mineralstoffen und Vitaminpräparaten gegeben. Zu den Verlierern gehören Erkältungsmittel aufgrund der schwachen Saison im Herbst 2025.
Insgesamt wurden 941 Millionen Packungen in stationären Apotheken und im Versandhandel verkauft. „Die Apotheke vor Ort ist für OTC-Hersteller der wichtigste Partner. 77 Prozent aller Packungen werden in der Offizin gekauft“, sagte BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen. Allerdings sind die Zahlen dort weiter rückläufig. Im Vorjahr waren es noch 79 Prozent. Der Versand legte dagegen auf einen Anteil von 23 Prozent zu, was rund 214 Millionen Packungen entspricht.
Die Top-5-Produktgruppen waren 2025 Husten- und Erkältungsmittel, gefolgt von Mineralstoffen/Vitaminen/Nahrungsergänzungsmitteln, den Produkten der Kategorie Schmerzmittel/Muskel/Gelenke sowie Produkten für den Verdauungstrakt und Hautmitteln.
Der Umsatz legte mit rund 11,5 Milliarden Euro leicht zu (plus 3 Prozent). Auf Vor-Ort-Apotheken entfallen rund 8,8 Milliarden Euro, was einem Anteil von 76 Prozent entspricht. Im Vorjahr waren es noch 77 Prozent – auch hier geht die Entwicklung weiter zurück. Der Versand legte dagegen auf einen Anteil von 24 Prozent zu.
„Das OTC-Segment zeigt im Jahr 2025 Licht und Schatten. Wir beobachten und analysieren die Entwicklungen sehr genau. Unser klares Bekenntnis zur Apotheke vor Ort steht fest. Besonders freut mich, dass die Mineralstoffe und Vitamine so erfolgreich über die Apotheke vertrieben werden. Denn das unterstreicht, dass sich der Longevity-Trend auch hier niederschlägt“, sagt Anja Klauke, Geschäftsfeldleiterin Selbstmedikation beim BPI.
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