Ophthalmika

Novartis: Wirkstoffproduktion in Tirol , Uhr

Berlin - Das Ophthalmikum Beovu ist seit Mitte März in Deutschland erhältlich. Der Wirkstoff Brolucizumab soll in Kundl in Tirol hergestellt werden. Novartis investiert hierfür nach eigenen Aussagen über 27 Millionen Euro in den Standort. Bei dem monoklonalen Antikörper (MAK) handelt es sich um ein humanisiertes Einzelketten-Antikörperfragment (single-chain antibody fragment; scFv) das die Bildung neuer Gefäße im Auge hemmt. Beovu gilt als Konkurrenz zu Eylea (Bayer).

Die Herstellung des Wirkstoffes erfordere Spitzen-Know-how, so Landeschef Michael Kocher. „Die Investition in die globale Wirkstoffproduktion dieses neuen Wirkstoffs zeigt die zentrale Rolle der österreichischen Standorte im globalen Novartis-Netzwerk. Sie ist ein starkes Bekenntnis und wir sind überzeugt, dass wir es als Österreich-Team schaffen werden, auch weitere innovative Medikamente und ihre Produktion und Fertigung nach Tirol zu holen.“

Zum Ausbau des Tiroler Standortes mobilisiert Novartis über 27 Millionen Euro. Medizinisch erwarten sich die Experten laut den in den USA und Europa gelaufenen Zulassungsstudien eine starke Wirksamkeit des Wirkstoffs an den von pathologischer Feuchtigkeit betroffenen Stellen in der Netzhaut, was dazu führen könnte, dass Patienten weniger häufig therapiert werden müssen. An den damaligen Zulassungsstudien haben zwei wissenschaftliche Zentren aus Österreich mitgewirkt. Die Universitätsaugenkliniken Wien und Graz haben den Wirkstoff Brolucizumab auch mitentwickelt.

In den beiden Zulassungsstudien Hawk und Harrier konnte Novartis zeigen, dass unter der Anwendung von Brolucizumab weniger intravitreale Injektionen nötig sind als bei der Verbareichung von Aflibercept. Hierdurch könne Beovu die Compliance fördern und das generelle Therapieschema vereinfachen. Beim Nachweis der Krankheitsaktivität unter Brolucizumab wurde das Behandlungsintervall innerhalb der beiden Zulassungsstudien auf zwei Monate verkürzt und bis Studienende beibehalten. Die Patienten wurden mit 6 mg Brolucizumab oder 2 mg Aflibercept behandelt. Die Verbesserung der morphologischen Parameter hielt bis zur 96 Woche an.

Zu viele Nebenwirkungen

Erste Anwendungszahlen aus Amerika lassen befürchten, dass Beovu sich gegen die beiden Konkurrenzprodukte Lucentis (Novartis) und Eylea (Bayer) nicht durchsetzen wird. Das Präparat habe zahlreiche Nebenwirkungen, sodass US-Ophthalmologen das Präparat zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration kaum einsetzen. In den USA ist Beovu seit Herbst zugelassen.

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Exportgenehmigungspflicht

Corona-Impfstoffe: Italien blockiert Ausfuhr»

Neue Teststrategie

Sachsen: Verband schlägt zentrales Meldesystem für Corona-Tests vor»

Abgabe an Laien eingestellt

Apotheker lenkt ein: Profitest nur für Profis»
eRezept

Plattform gegen Amazon

Gesund.de fordert Mindeststandard von Apotheken»

Eingeführt als Auslaufmodell

TI: Sinnloser Kabelsalat»

Noventi und Phoenix starten ihre Plattform

CallMyApo + deineApotheke = Gesund.de»
Markt

Drogeriekette mit Testzentren

dm will bundesweit testen»

MS-Medikament

Copaxone: Kartellverfahren gegen Teva»

Eine Packung pro Kunde

Laientests bei Aldi: 5er-Packung für 25 Euro»
Politik

Geringster Zuspruch seit 2019

Umfragetief: Spahns Beliebtheitswerte sacken ab»

Rheinland-Pfalz

Corona-Selbsttests in Apotheken: „Wird noch dauern”»

Kein Engpass erwartet

BMG: 150 Millionen Tests auf Halde»
Internationales

Welttag des Hörens

WHO: Hörverlust häufig vermeidbar»

Österreich

„Wohnzimmertests“ nach einem Tag vergriffen»

Jeder kriegt fünf Tests pro Monat

Österreich: Apotheken verteilen Gratis-Selbsttests»
Pharmazie

Anpassung der Empfehlungen

Stiko empfiehlt AstraZeneca auch bei Älteren»

Monopol für Sanofi gekippt

Grippeimpfstoff 60+: BMG will nicht nur Efluelda»

Krebs und Lebenssituation

Bessere Überlebenschance bei Menschen gutsituierter Viertel»
Panorama

Schleppende Impfungen

Konzerne wollen Mitarbeiter selbst impfen»

Berlin

Rezeptfälschung und Betrug: Durchsuchung bei Zollbeamtem»

Linden-Apotheke Gräfenhainichen

Betrugsmasche: Fake-Rechnungen vom Versandapotheker»
Apothekenpraxis

adhoc24

Ein Test pro Woche / dm-Testzentren / Kosten für FFP2-Verteilung»

Sonderreglungen bei der Abgabe

Austauschregeln bleiben in Kraft, Pflegepauschale verlängert»

Corona-Tests für alle

Gratis-Schnelltests: Apotheken rechnen über KV ab»
PTA Live

Erste Lehrer geimpft

PTA-Schulen: Temperatur-Scan und Teststation»

Förderprogramm an der Völker-Schule

Neue Chance für ausländische PTA»

Von der PTA zur Maskenverkäuferin

Ich will meinen Job zurück!»
Erkältungs-Tipps

Die Abwehr gezielt unterstützen

Nahrungsergänzung für das Immunsystem»

Gutes Klima

Winterproblem: Trockene Raumluft»

Besser Pflegen als Entwöhnen

Nasenspray-Abhängigkeit: Leichtes Spiel für Keime»
Magen-Darm & Co.

Alkohol, Fleisch, Zucker

Fastenzeit: Hilfe für den Verdauungstrakt»

Auch ohne Antibiotikabehandlung

Covid-19 schädigt die Darmflora»

Kamille, Angelika & Co.

Ätherische Öle bei Magen-Darm-Beschwerden»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Gute Grundlage

Ernährungstipps für die Stillzeit»

Podcast EXPERTISE.A

Du bist, was Mama isst»

Für zwei Essen

Wie setzt sich die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft zusammen? »
Medizinisches Cannabis

Endlich nicht mehr auf einer Stufe mit Heroin

Cannabis: Medizinischer Nutzen führt zu Neueinstufung»

Wer bekommt was?

Cannabis – vielseitige Einsatzgebiete»

Identitätsprüfung – What’s next?

Tilray: Neueinführungen für eine erleichterte Herstellung»
HAUTsache gesund und schön

Wenn die Pflicht zur Qual wird

FFP2: Maske und Make-Up»

Gel, Mousse, Lotion oder Tonic?

Die richtige Reinigung ist das A und O der Hautpflege»

Galerie

Mythen rund um das größte Organ des Menschens»