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Novartis: Gentherapie soll Wachstum bringen

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Berlin -

Mehr als eine Milliarde US-Dollar an Entwicklungskosten sind bereits ausgegeben, einige Menschen, darunter kleine Kinder, verdanken dieser neuartigen Krebstherapie ihr Leben. Es geht um um das Mittel Kymriah (Tisagenlecleucel) von Novartis. Der Pharmakonzern soll das Mittel in neue Umsatzdimensionen bringen.

Zum 1. Februar tritt Vas Narasimhan die Nachfolge von Joseph Jimenez als Konzernchef an. Zum neuen Hoffnungsträger sagt er: „Wir geben den Leuten ihr Leben zurück.” Das lässt sich der Konzern für die in den USA bereits zugelassene Car-T-Therapie entsprechend bezahlen – und zwar mit 475.000 Dollar pro Patient. Die Therapiekosten stellt Novartis bislang aber nur dann in Rechnung, wenn einen Monat nach der Behandlung ein messbarer Erfolg vorliegt.

Mit dem Geschäftsjahr 2017 ist man bei Novartis zufrieden. Der Umsatz kletterte von 48,5 auf 49,1 Milliarden US-Dollar, der Überschuss um 12 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar. Mit dem Blockbuster Cosentyx gegen Schuppenflechte wurden im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Dollar Umsatz erzielt, mit dem Herzmittel Entresto rund 500.000 Millionen US-Dollar.

Für Narasimhan steht der Durchbruch der neuartigen Krebstherapie Kymriah ganz vorne auf der Wachstumsagenda. Der 41-jährige Amerikaner, der an der renommierten Harvard Medical School Medizin studierte und zusätzlich Universitätsabschlüsse in Biologie und Politik vorweisen kann, hat neben seinen Forscherqualitäten auch das Rüstzeug, Medikamenten kommerziell zum Erfolg zu verhelfen. Bevor er 2005 bei Novartis anheuerte, war er für den Unternehmensberater McKinsey tätig.

Mit Kymriah will sich Novartis weltweit an die Spitze setzen im Bereich der innovativen Krebstherapien setzen. Während in den USA die Zulassung schon vorliegt für die Indikation Blutkrebs, hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bislang das Signal beim Zulassungsverfahren nur auf „beschleunigt” gestellt.

Ob nach der EMA-Zulassung das Medikament in Deutschland auf den Markt kommt, hängt im weiteren Verlauf davon ab, ob der G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) in dieser Car-T-Therapie einen Zusatznutzen gegenüber den herkömmlichen Krebsbehandlungen mittels Chirugie, Strahlen- und Chemotherapie feststellt.

Hinter der Car-T-Zell-Therapie steckt ein Verfahren, bei dem aus dem Blut des Krebspatienten die sogenannten T-Zellen erst herausgefiltert, dann im Genlabor umprogrammiert werden, um dann wieder in das Blut des Patienten reinjeziert zu werden, um dann die Krebszellen zu zerstören.

Novartis ist mit seiner Kymria-Therapie nicht alleine. Sowohl Juno Therapeutics als auch Kite Pharma arbeiten an vergleichbaren Therapien. Wie zukunftsweisend diese Therapien sind, sieht man auch daran, dass erst vor wenigen Tagen der amerikanische Biotechkonzern Celgene angekündigt hat, Juno für neun Milliarden Dollar zu kaufen. Kite Pharma ist bereits vor einigen Monaten von Gilead für 12 Milliarden Dollar übernommen worden.

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