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Novartis: Neue Blutkrebs-Therapie vor EU-Zulassung

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Berlin -

In den USA ist die sogenannte Car-T-Zelltherapie Kymriah von Novartis bereits bei zwei bestimmten Blutkrebsformen zugelassen. Jetzt bereitet sich der schweizerische Pharmakonzern auf den Start seiner neuartigen Gentherapie auch in Europa vor. „Wir hoffen auf eine Zulassung in der zweiten Hälfte des Jahres“, so Novartis-Manager Pascal Touchon.

Erst Anfang Mai 2018 hatten die Schweizer in den USA grünes Licht für die Behandlung von Patienten mit großzelligem B-Zell-Lymphom erhalten. Bereits im vergangenen Jahr hatte Novartis von der zuständigen Medikamentenaufsicht FDA die Zulassung für das Mittel zur Behandlung von B-Zell-akuter lymphatischer Leukämie (ALL) bei Kindern und jungen Erwachsenen bis zum Alter von 25 Jahren erhalten. ALL ist eine der Hauptursachen für tödlichen Krebs bei Kindern. Auch die europäische Zulassungsbehörde EMA hatte Novartis Anfang 2018 ein beschleunigtes Verfahren für beide Indikationen zugesagt.

Bei der noch recht jungen Car-T-Zelltherapie handelt es sich um eine auf den jeweiligen Patienten genau zugeschnittene Behandlung. Hierfür werden weiße Blutkörperchen entnommen, aus denen die T-Zellen isoliert und in einem umfangreichen Prozess umprogrammiert werden, um als Waffe gegen die Krebszellen zu agieren. Diese veränderten T-Zellen werden dem Patienten über eine einmalige Infusion verabreicht. Novartis erhofft sich von der Therapie hohe Umsätze. Die Kosten liegen aktuell bei rund 500.000 Euro pro Patient.

Mit Kymriah will sich Novartis im Bereich der innovativen Krebstherapien weltweit an die Spitze setzen. Denn diese Krebsbehandlung macht bei erfolgreichem Einsatz die herkömmlichen Krebsbehandlungen wie Chirurgie, Strahlen- und Chemotherapie überflüssig. Ob das Medikament in Deutschland auf den Markt kommt, hängt im weiteren Verlauf davon ab, ob der G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) in dieser Car-T-Therapie einen Zusatznutzen gegenüber den herkömmlichen Krebsbehandlungen feststellt.

Novartis ist mit seiner Kymriah-Therapie nicht alleine. Sowohl Juno Therapeutics als auch Kite Pharma arbeiten an vergleichbaren Therapien. Wie zukunftsweisend diese Therapien sind, sieht man auch daran, dass erst vor wenigen Tagen der amerikanische Biotechkonzern Celgene angekündigt hat, Juno für neun Milliarden Dollar zu kaufen. Kite Pharma ist bereits vor einigen Monaten von Gilead für 12 Milliarden Dollar übernommen worden.

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