Janssen sieht Auslieferung für Anfang 2021

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Berlin -

Janssen ist im Wettlauf um einen Impfstoffkandidaten einen großen Schritt voran gekommen: Der potenzielle Impfstoff mit dem vorläufigen Namen Ad26.COV2.S hat sich in einer präklinischen Studie an nichtmenschlichen Primaten als wirksam erwiesen – er rief eine zuverlässige Immunantwort hervor. Auf Basis dieser Daten hat der Hersteller in der vergangenen Woche die ersten klinischen Studien der Phase I/II-a an gesunden Freiwilligen in Belgien und den USA gestartet.

Gestartet wurde die Studie mit dem Vektorvirenimpfstoff am Menschen, da der Impfstoffkandidat gute Ergebnisse im Tierversuch lieferte. Die neutralisierenden Antikörper zeigten, dass der vektorbasierte Impfstoff des Adenovirus Serotyp 26 bei nichtmenschlichen Primaten eine zuverlässige Immunantwort hervorrief. Eine Infektion der Lunge konnte laut Unternehmen vollständig verhindert werden. Die Studiendaten wurden im Fachmagazin Journal Nature veröffentlicht.

„Die präklinischen Studiendaten zeigen, dass unser Impfstoffkandidat gegen SARS-CoV-2 eine starke Antikörperreaktion hervorruft und bei Gabe von nur einer Impfdosis vollständigen oder beinahe vollständigen Schutz gegen Covid-19 bietet. Wir gehen deshalb davon aus, dass wir unsere Impfstoffentwicklung weiterhin zügig vorantreiben können, während wir gleichzeitig die Produktionskapazitäten ausbauen und die Herstellung des Impfstoffkandidaten vorbereiten. Nach dem vorgezogenen Start der klinischen Studien der Phase I/II-a im Juli streben wir an, im September mit der Phase-III-Studie zu beginnen“, so Paul Stoffels, Forschungschef von Johnson & Johnson.

Auch Janssen profitiert vom Wettlauf gegen die Zeit

Das Verfahren läuft beschleunigt ab. Unabhängig davon, würden natürlich alle GMP-Anforderungen eingehalten werden, betont Janssen. Die Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffkandidaten habe oberste Priorität. Hergestellt wird die Vakzine durch Catalent Biologics (USA) in den eigenen Werken in Bümpliz (Schweiz) und Leiden (Niederlande). Die Zulieferung erfolgt durch Emergent BioSolutions (USA). Die Zulieferung für Impfstoffe für klinische Studien übernimmt Vibalogic. Unterstützt wird die Entwicklung ebenfalls von BARDA.

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