Interview Dr. Hajo Schumacher

Apotheke: Clooney trifft Baumarkt-Erotik Alexander Müller, 23.02.2017 09:27 Uhr

ADHOC: Bringt die Digitalisierung mehr Transparenz?
SCHUMACHER: Ja, aber auch mehr Verwirrung. Der Patient ist mehr gefordert. Dieses Internet wird ja nun nicht mehr weggehen. Also ist der Patient in der Pflicht, sich selbst zu kümmern, um unabhängige Inhalte von nicht unabhängigen zu unterscheiden. Das ist ein fast journalistisches oder detektivisches Arbeiten. Und ein Lernprozess, der für alle neu ist. ADHOC: Ist es gut, wenn es in diesem Bereich auch Influencer gibt, die ihre Reputation nutzen können?
SCHUMACHER: Nehmen wir wieder den Kollegen Hirschhausen. Der besitzt ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit: Erstens durch seine fachliche Qualifikation als Arzt, dann wegen seiner Rechercheleistung für seine Bücher und letztlich auch über die öffentlichen Auftritte und Moderationen. Wenn man jetzt erfahren würde, der stünde bei irgendeinem Unternehmen oder einer Organisation auf der Payroll, würde das seine Glaubwürdigkeit sofort enorm erschüttern. ADHOC: An irgendwen muss man schließlich glauben…
SCHUMACHER: Dafür bin ich ja verheiratet. Glaubwürdigkeit ist in Gesundheitsfragen immer besonders wichtig. Wenn mein Apotheker außerordentlich abgerissen aussieht, 50 Kilo Übergewicht hat oder überall eiternde Furunkel im Gesicht, wird seine Kompetenz nicht unbedingt betont.

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